Leitzins sinkt auf 13,75 Prozent bei schwächerer BIP-Prognose
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Leitzins sinkt auf 13,75 Prozent bei schwächerer BIP-Prognose

Der geldpolitische Ausschuss Copom senkt den brasilianischen Leitzins Selic um 25 Basispunkte auf 13,75 Prozent und korrigiert die BIP-Prognose für 2026 auf 1,8 Prozent. Im vierteljährlichen Bericht betont das Gremium anhaltende Inflationsrisiken durch Ölpreisschocks und entankerte Erwartungen.

Zinssenkung auf 13,75 Prozent trotz hoher Teuerung

Das Copom unter Leitung von Gabriel Galípolo senkte die Selic-Rate bei der 281. Sitzung um 25 Basispunkte auf 13,75 Prozent.

Die Banco Central do Brasil (BCB) korrigierte die Wachstumsprognose für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2026 von 2,0 Prozent auf 1,8 Prozent, nach einem Quartalsplus von 0,5 Prozent im zweiten Quartal.

Für 2027 wird ein Zuwachs von 1,4 Prozent veranschlagt.

Im Referenzszenario steigt die Zwölfmonatsinflation zum Jahresende 2026 auf 5,2 Prozent, womit die Wahrscheinlichkeit für ein Überschreiten der Obergrenze des Toleranzbands (4,50 Prozent) bei 90 Prozent liegt.

Für den relevanten geldpolitischen Horizont im ersten Quartal 2028 prognostiziert die Notenbank eine Inflationsrate von 3,2 Prozent.

Strikter Arbeitsmarkt und Druck durch Rohstoffe

Der brasilianische Arbeitsmarkt bleibt mit einer Arbeitslosenquote von 5,4 Prozent auf einem Tiefstand, während der Ausfall bei Verbraucherkrediten auf den Höchstwert von 7,8 Prozent kletterte.

Zudem belasten globale Energiepreise infolge der Nahost-Konflikte und steigende Margen bei Raffinerieprodukten die Kostenstrukturen.

Die Inflationserwartungen der Focus-Umfrage liegen mit 4,30 Prozent für 2027 und 3,80 Prozent für 2028 weiter über dem Zielwert von 3,00 Prozent.

„Das aktuelle Szenario verlangt Gelassenheit und Vorsicht“, so das Copom.

Lockerung auf schmalem Grat

Die BCB senkt die Zinsen mitten in eine Phase entankerter Erwartungen und neuer Angebotsschocks hinein.

Zwar bremst die schwächere Binnennachfrage die Konjunktur, doch der enge Arbeitsmarkt droht Zweitrundeneffekte anzuheizen.

Der geldpolitische Spielraum für weitere Zinsschritte bleibt damit extrem begrenzt.

Quelle: BCB - Relatório de Política Monetária: 09/2026

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