Staatsfinanzierung kostete Argentinien 553 Milliarden Dollar
BCRA Speech

Staats­fi­nan­zie­rung kostete Argentinien 553 Milliarden Dollar

BCRA-Vizepräsident Vladimir Werning forderte am 5. August 2026 vor dem argentinischen Kongress eine Reform des Notenbankgesetzes. Das Verbot jeglicher Staatsfinanzierung soll die chronische Inflation beenden, nachdem die Notenbank dem Staat von 2003 bis 2023 rund 553 Milliarden Dollar zuführte.

553 Milliarden Dollar für den Fiskus

Vor der Finanzkommission der Abgeordnetenkammer legte Vladimir Werning die verheerende Bilanz von zwei Jahrzehnten monetärer Staatsfinanzierung offen.

Zwischen 2003 und 2023 akkumulierte Argentinien eine Inflation von 50.141 Prozent, wodurch der Kaufkraftwert von 1.000 Pesos auf effektiv 2 Pesos einbrach.

Die Notenbank übertrug in diesem Zeitraum Ressourcen im Gegenwert von 85 Prozent des Bruttoinlandsprodukts an den Nationaltesorero.

Diese Übertragungen von insgesamt 553 Milliarden US-Dollar setzen sich aus drei Hauptblöcken zusammen: 116 Milliarden Dollar an Verlusten liquider Devisenreserven durch unübertragbare Schuldscheine, 299 Milliarden Dollar direkter und indirekter Peso-Emissionen sowie 138 Milliarden Dollar an Sterilisierungskosten zur Abschöpfung der Überschussliquidität.

Enteignung über die Inflationssteuer

Die Zeche für die fiskalische Dominanz zahlten vor allem die privaten Haushalte.

Über die Inflationssteuer entzog der Staat den Bürgern Ersparnisse im Umfang von 60 Prozent des BIP, was heutigen 390 Milliarden Dollar entspricht.

Werning betonte, dass die bisherige Charta diese Praktiken rechtlich erst ermöglichte.

Die geplante Reform soll der Notenbank engere Grenzen setzen: Direkte Kredite an das Finanzministerium werden strikt untersagt, das Mandat wird primär auf die Preisstabilität fokussiert und bilanzielle Beihilfen werden dauerhaft unterbunden.

Notwendig, aber politisch steinig

Die Datenfülle legt das gigantische Ausmaß der jahrzehntelangen Peso-Entwertung schonungslos offen.

Wernings Reform ist der einzig ökonomisch schlüssige Weg zur Wiederherstellung geldpolitischer Glaubwürdigkeit.

Ohne strikte Haushaltsdisziplin bleibt aber auch das beste Notenbankgesetz ein wirkungsloser Papiertiger.