Monatsinflation fällt im Juni auf 1,9 Prozent
BCRA Press

Monatsinflation fällt im Juni auf 1,9 Prozent

Das Banco Central de la República Argentina verzeichnet im zweiten Quartal 2026 einen Rückgang der Monatsinflation von 3,4 Prozent im März auf 1,9 Prozent im Juni. Die konsequente Steuerung der Geldmenge und der primäre Haushaltsüberschuss stützen den Desinflationsprozess.

Reservenziel vorzeitig überschritten

Im zweiten Quartal 2026 verlangsamte sich der Monatsanstieg des Verbraucherpreisindex auf durchschnittlich 2,2 Prozent nach 3,0 Prozent im ersten Quartal.

Die Kerninflation fiel im Juni auf 1,6 Prozent und erreichte damit das Niveau von Mitte 2025.

Das Bruttoinlandsprodukt stieg im ersten Quartal um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 2,3 Prozent im Jahresvergleich, angetrieben von Rekordernten bei Weizen und Mais sowie starken Exporten.

Im zweiten Quartal dämpften geopolitische Spannungen im Nahen Osten und höhere Energiepreise vorübergehend die Dynamik.

Dennoch kaufte die Notenbank bis Ende Juli netto 13,337 Milliarden US-Dollar am Devisenmarkt und übertraf damit das Jahresziel von 10 Milliarden US-Dollar.

Die Bruttoreserven stiegen zum 30. Juni auf 44,870 Milliarden US-Dollar.

Haus­halts­über­schuss drückt Risikoprämie

Die Konsolidierung der Staatsfinanzen bleibt der Anker des Stabilisierungsprogramms.

Der non-finanzielle öffentliche Sektor erzielte im zweiten Quartal einen primären Überschuss von 1,9 Billionen Pesos, was auf das Jahr hochgerechnet 0,9 Prozent des BIP entspricht.

Die Staatsverschuldung gegenüber privaten und multilateralen Gläubigern sank auf 38 Prozent des BIP, verglichen mit 84,9 Prozent im Dezember 2023.

Infolgedessen reduzierte sich die Risikoprämie für Argentinien um 122 Basispunkte auf 434 Punkte.

Ratingagenturen wie Fitch, S&P und Moody's hoben die Krediteinstufung des Landes entsprechend an.

Rückkehr zur geldpolitischen Vernunft

Die geplante Reform der Notenbanksatzung setzt ein überfälliges Zeichen für Unabhängigkeit.

Das Verbot der Geldpresse zur Defizitfinanzierung bricht radikal mit Jahrzehnten geldpolitischer Fehlentwicklung.

Der wahre Belastungstest für die neue Währungsdisziplin folgt aber erst bei steigendem politischem Druck.