Bargeld bleibt als Sicherheitsnetz unverzichtbar
Trotz steigender digitaler Zahlungen nutzen 57 Prozent der Verbraucher in Spanien weiterhin primär Bargeld. Die Banco de España betont die Rolle von Scheinen und Münzen als fundamentales Sicherheitsnetz für Krisenzeiten und finanzielle Inklusion.
57 Prozent zahlen weiter bar
Laut der aktuellen Studie zur Bargeldnutzung der Banco de España nutzen 57 Prozent der Verbraucher in Spanien bei Einkäufen vor Ort weiterhin vorrangig Bargeld.
Während ältere Menschen über 54 Jahren überwiegend Scheine und Münzen bevorzugen, nutzen jüngere Altersgruppen vermehrt Karten, Mobiltelefone oder den Dienst Bizum.
Eine bargeldlose Gesellschaft ist laut Notenbank jedoch nicht absehbar – zumindest nicht innerhalb der nächsten beiden Generationen.
Parallel bereiten die Europäische Zentralbank und die Banco de España eine neue Serie von Euro-Banknoten vor.
Noch bis zum 21. September läuft eine Online-Umfrage, in der Bürger über die künftigen Banknotendesigns abstimmen können.
Schweden steuert beim Bargeld um
Bargeld bietet einzigartige Vorteile wie physische Ausgabenkontrolle, Anonymität und Funktionsfähigkeit bei Stromausfällen.
Wie gefährlich ein vorschneller Verzicht ist, zeigt das Beispiel Schweden: Das Land wollte ursprünglich bis 2025 bargeldlos werden, verpflichtete Supermärkte und Apotheken nach Krisenerfahrungen jedoch wieder zur Bargeldannahme.
Auch die EZB rät Bürgern, für Notfälle Bargeld für rund 72 Stunden im Haus zu haben – in Schweden werden etwa 1.000 Kronen pro Erwachsenem empfohlen.
Kein Ersatz, sondern Ergänzung
Der Vorstoß zur Rettung des Bargelds ist kein rückwärtsgewandter Nostalgieakt, sondern eine pragmatische Notwendigkeit.
Reine Digitalisierung schafft gefährliche Monokulturen, die bei Cyberangriffen oder Systemausfällen kollabieren.
Nur ein hybrides Zahlungssystem garantiert Bürgerfreiheiten und Krisenfestigkeit in einer zunehmend vulnerablen Welt.
Quelle: A world without cash: utopia or dystopia?
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