Bargeld bleibt Spaniens beliebtestes Zahlungsmittel an der Ladenkasse
Die Banco de España hat ihre vierte jährliche Studie zum Zahlungsverhalten in Spanien vorgelegt. Demnach bleibt Bargeld das wichtigste Zahlungsmittel für alltägliche Einkäufe, während mobile Dienste wie Bizum bei P2P-Transaktionen stark zulegen.
Bargeld dominiert den Handel
Für die spanischen Verbraucher bleibt Bargeld das bevorzugte Zahlungsmittel an der Ladenkasse, wie die aktuelle Umfrage der Banco de España mit 4.986 Interviews zeigt.
Insbesondere Menschen über 55 Jahre und Verbraucher mit niedrigerem Bildungsniveau greifen im Alltag am häufigsten zu Banknoten und Münzen.
Als Hauptgründe nennen die Bürger Bequemlichkeit, Gewohnheit und die Kontrolle über die Ausgaben, wobei Verbraucher im Schnitt rund 45 Euro bar mit sich führen.
Gleichzeitig gewinnen mobile Bezahlverfahren wie Bizum im Bereich von Person-to-Person-Zahlungen massiv an Boden und sind bei Unter-45-Jährigen mittlerweile die Nummer eins.
Der digitale Wandel auf dem Land
Die Studie beleuchtet auch die strukturellen Herausforderungen in ländlichen Regionen ohne stabile Bankfilialen.
Während in Städten digitale Alternativen boomen, sind Bewohner in Zweigstellen-fernen Gemeinden stärker auf Bargeld angewiesen und nehmen längere Anfahrtswege zu Geldautomaten in Kauf.
Kleinere Händler, Restaurants und Bars akzeptieren zwar zunehmend Karten und Mobilgeräte, verzeichnen in entlegenen Gebieten jedoch ebenfalls eine anhaltende Dominanz von Bargeldtransaktionen.
Zwischen Bequemlichkeit und digitalem Zwang
Die Erhebung entlarvt die oft beschworene bargeldlose Zukunft als verfrüht.
Zwar treibt die Digitalisierung den Zahlungsverkehr voran, doch strukturelle Lücken auf dem Land offenbaren die soziale Funktion von physischem Geld.
Ohne flächendeckende Infrastruktur droht die Finanzinklusion zu scheitern.
Quelle: A world without cash: utopia or dystopia?
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