Iberiens Warenhandel wächst, Dienstleistungen bleiben zurück
Spanien und Portugal sind bei Waren und Strom eng verflochten, bei Dienstleistungen und Migration weniger. Das zeigen Forschungsergebnisse der Banco de España und der Banco de Portugal für ihr gemeinsames Seminar am 22. Oktober 2026.
Waren verbinden, Dienstleistungshürden bleiben
Der bilaterale Warenhandel stieg von 0,27 Prozent des gemeinsamen BIP 1980 auf 2,81 Prozent 2024.
Dienstleistungen erreichten 0,55 Prozent nach 0,35 Prozent 2005 und bleiben hinter Vergleichspaaren der EU zurück.
Implizite Handelsbarrieren entsprechen Zöllen von rund 20 Prozent bei Industriewaren und über 100 Prozent bei Dienstleistungen.
Laut Modellrechnung erhöht ihre Halbierung Handel und BIP beider Länder.
Fahrzeuge, Lebensmittel und Chemie treiben gemeinsame Wertschöpfungsketten.
Am Strommarkt lagen die Großhandelspreise 2015–2025 in 95 Prozent der Stunden höchstens 1 Euro/MWh auseinander.
Portugals Pumpspeicher nehmen mittags spanische Solarüberschüsse auf; morgens und nachts liefert Portugal Strom zurück.
Wenig Migration, asymmetrische Finanzverflechtung
Die bilaterale Migration bleibt im EU-Vergleich gering.
Beschäftigte aus dem Nachbarland leben überwiegend in Städten; ihr Beschäftigungsanteil ist in Grenzregionen höher.
Spaniens Löhne liegen weiterhin 49 Prozent über Portugals, nicht erklärbar durch Branchen-, Alters- und Geschlechterstruktur.
Direkt- und Portfolioanlagen sind relativ schwach, Bankforderungen stärker verflochten.
Spanien ist Portugals führender Direktinvestitionspartner.
Rund ein Viertel von Portugals Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber dem Euroraum entfällt auf Spanien.
Integration mit deutlichem Gefälle
Die Untersuchung beschreibt keine gleichmäßige Integration, sondern Unterschiede zwischen Waren, Strom, Dienstleistungen und Arbeit.
Handelsbarrieren begrenzen laut den Autoren weitere Zuwächse.
Im Bankensektor bildet die asymmetrische Verflechtung einen systemischen Übertragungskanal.