Bonitätsprüfung erhält direkte Unternehmensdaten
Direkte Unternehmensdaten sollen die Bonitätsprüfung der spanischen Zentralbank verbessern. Am 23. Oktober 2026 hat die Banco de España ihr im Juni in Madrid und Barcelona gestartetes Pilotprogramm auf Valencia ausgeweitet.
Bonitätsnoten im direkten Austausch
Die spanische Zentralbank (Banco de España) tauscht in einem Pilotprogramm Informationen mit großen Unternehmen aus, um ihr internes Bonitätsbewertungssystem ICAS BE zu stärken.
Die Unternehmen liefern unmittelbar Angaben zu ihrer Lage.
Damit will die Zentralbank aktuellere Informationen gewinnen und die Qualität ihrer Bewertungen verbessern.
Bislang stützten sich diese ausschließlich auf eigene Datenbanken und öffentlich zugängliche Quellen.
Im Gegenzug erfahren die Unternehmen ihre Bonitätsnote und sollen so ihr Risikoprofil besser verstehen.
Laut Zentralbank kann dies mittelbar den Finanzierungszugang verbessern; sie verweist dazu auf Kasten 3.2 ihres Jahresberichts 2025.
Von Kreditsicherheiten zum Unternehmenskontakt
Bislang nutzte die Banco de España ICAS BE nur für geldpolitische Zwecke: Das System prüft, ob von Banken als Sicherheiten eingereichte Kredite die Qualitätsanforderungen des Eurosystems erfüllen.
Die Vorstellung in Valencia unterstützten die spanische und die valencianische Handelskammer.
Der direkte Unternehmenskontakt entspricht dem Strategieplan 2030 zur stärkeren gesellschaftlichen Anbindung.
Nach der Pilotphase ist die Ausweitung auf alle von ICAS BE bewerteten nichtfinanziellen Unternehmen Spaniens vorgesehen.
Mehr Austausch, gleicher Prüfzweck
Der Pilot ergänzt die bisherige Datenbasis um den direkten Blick der Unternehmen.
Die Bonitätsprüfung bleibt dabei an die Qualitätsanforderungen des Eurosystems gebunden.
Einen besseren Finanzierungszugang nennt die Zentralbank als möglichen indirekten Nutzen, nicht als Zusage.