Textilausstellung verbindet Kunst, Architektur und Wertbegriff
Die Banco de España zeigt ab dem 28. September 2026 die Ausstellung „El plano flexible“ in Madrid. Rund 50 Werke aus fünf Jahrhunderten beleuchten textile Kunst an der Schnittstelle von Architektur, Arbeit und ökonomischer Wertschöpfung.
Fünf Jahrhunderte gewebte Geschichte
Die von Chefkuratorin Yolanda Romero konzipierte Schau „El plano flexible“ versammelt rund 50 Exponate vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart.
Der Titel geht auf den wegweisenden Essay von Anni Albers aus dem Jahr 1957 zurück, der Textilien als aktive architektonische Raumschicht definiert.
Die Präsentation gliedert sich in vier Sektionen: Die Nadel als zeichnerisches und politisches Werkzeug im feministischen Diskurs, textile Handwerkstraditionen als kultureller Widerstand, historische Wandteppiche zur Raumakustik sowie ökonomische Wertschöpfungsketten.
Zu den vertretenen Künstlern zählen unter anderem Teresa Lanceta, Yto Barrada, Dora García und Antonio Pichillá neben historischen flämischen Tapisserien.
Akustik, Repräsentation und Gesamtkatalog
Parallel zur Ausstellung legt die spanische Notenbank ein wissenschaftliches Werkverzeichnis ihrer textilen Bestände vor, das von Antonio Sama und Yolanda Romero herausgegeben wurde.
Das Verzeichnis dokumentiert knapp 100 historische und moderne Bildteppiche, Teppiche sowie Reposteros aus mehr als zwei Jahrhunderten.
Die Sammlung reicht von Brüsseler Tapisserien des 17. Jahrhunderts im Aktionärssaal bis hin zu Teppichen der Real Fábrica de Tapices, die seit 1891 das Hauptgebäude am Paseo del Prado schmücken.
Vom Wandschmuck zur Werttheorie
Die Schau zeigt, wie Zentralbanken ihre Kunstsammlungen jenseits bloßer Repräsentanz nutzen können.
Die Verbindung von Textilkunst und ökonomischer Werttheorie eröffnet unkonventionelle Denkansätze.
Der frei zugängliche Gesamtkatalog setzt dabei Maßstäbe für institutionelle Transparenz.