El Niño senkt Preise im Euroraum, La Niña erhöht sie
Extreme Wetterphänomene im Pazifik beeinflussen die Lebensmittelpreise im Euroraum. Laut einer Analyse der Banco de España verbilligt El Niño den Nahrungsmittelkorb nach zwölf Monaten um bis zu 0,7 Prozent, während La Niña die Preise um bis zu 1,1 Prozent verteuert.
Pazifische Störungen treffen europäische Teller
Veränderte Wassertemperaturen im Pazifik beeinflussen Niederschläge und Ernteerträge weltweit.
Während El Niño in Australien Dürren auslösen kann, fördert das Phänomen die Weizenernte in Südamerika und erhöht das Angebot an Soja in Brasilien.
Sinkende Rohstoffpreise verbilligen Tierfutter und Mehl, was sich zeitversetzt in niedrigeren Preisen für Brot und Fleisch in Europa niederschlägt.
La Niña kehrt diese Muster um: Schlechtere Bedingungen in Südamerika reduzieren das globale Getreideangebot und verteuern Futtermittel.
Extremwetter durch El Niño führte zudem bei Kakao in Westafrika zu Ernteausfällen und Rekordpreisen, während Kaffee-Preise uneinheitlich reagieren.
Handel und Agrarpolitik dämpfen Preisschocks
Im Vergleich zu den 1970er und 1980er Jahren haben sich die Preisauswirkungen von El Niño gewandelt.
Im Euroraum führt El Niño heute nach einem Jahr zu einer Verbilligung des Nahrungsmittelkorbs um 0,6 bis 0,7 Prozent, während La Niña die Preise um 1,0 bis 1,1 Prozent verteuert.
Höhere Importdiversifizierung, technologische Schutzmaßnahmen in der Landwirtschaft und die Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union stabilisieren das Angebot.
Trotz sinkender Verwundbarkeit bleiben globale Klimarisiken ein entscheidender Faktor für die Preisentwicklung.
Klimaschocks erfordern wachsamen Blick der Notenbanken
Die Analyse zeigt klar, dass Zentralbanken Klimaphänomene bei Inflationsprognosen nicht vernachlässigen dürfen.
Zwar mildern Agrarpolitik und Handel manche Schocks ab, doch die steigende Frequenz von Extremwetter erhöht Risiken.
Für die Notenbanken wird die Beobachtung globaler Wettermuster damit zu einem Baustein der Preisstabilität.