Spaniens Wirtschaft wächst 2026 um 2,6 Prozent trotz Energiekrise
2,6 Prozent BIP-Wachstum erwartet die Banco de España für Spanien in diesem Jahr, bei einer Inflation von 3,9 Prozent. Grund ist der Energiepreisschock infolge des Nahost-Konflikts, so die Projektion vom 9. Oktober 2026.
Spaniens Konjunktur trotzt der Energiekrise
Die Banco de España hebt ihre Wachstumsprognose für die spanische Wirtschaft auf 2,6 Prozent für 2026 und 2,2 Prozent für 2027 an – drei und fünf Zehntel mehr als im Juni veranschlagt.
Gleichzeitig steigt die Inflationsprognose auf 3,9 Prozent für 2026 und 3,7 Prozent für 2027, nach einer Aufwärtsrevision um 0,3 beziehungsweise 1,1 Prozentpunkte.
Die Notenbank verweist auf den robusten privaten Konsum, die Beschäftigungsdynamik und das Bevölkerungswachstum als Wachstumstreiber.
Die Arbeitslosenquote soll auf 10,0 Prozent im Jahr 2026 und 9,7 Prozent im Jahr 2027 sinken, während das Haushaltsdefizit bei 2,6 Prozent beziehungsweise 2,2 Prozent des BIP verbleibt und die Schuldenquote auf 98,5 Prozent beziehungsweise 96,2 Prozent des BIP fällt.
Hormuz-Blockade treibt die Preise
Der Zusammenbruch des US-iranischen Abkommens im Juli und die Blockade der Straße von Hormuz ließen die Gaspreise seit Mai um 52 Prozent steigen, während Öl um 4 Prozent zulegte.
In diesem Umfeld erhöhten Fed und EZB ihre Leitzinsen im September um jeweils 25 Basispunkte, auf 3,75-4,0 Prozent beziehungsweise 2,5 Prozent.
Die Rendite zehnjähriger spanischer Staatsanleihen stieg um 55 Basispunkte.
Die EZB-Projektionen sehen das Euroraum-BIP 2026 bei 0,9 Prozent, die HVPI-Inflation bei 3,0 Prozent.
Resilienz mit Risikoaufschlag
Die Aufwärtsrevision blendet aus, dass die Inflation deutlich stärker steigt als im Juni erwartet.
Die staatlichen Energiehilfen von 0,52 Prozent des BIP sind endlich, und eine Eskalation am Golf könnte 2027 bis zu 0,6 Prozentpunkte Wachstum kosten.
Spaniens Resilienz beeindruckt, doch die Wette auf eine rasche Entspannung bleibt riskant.