Wagniskapital-Statistik für 2020 bis 2024 revidiert
Rückwirkende Korrektur für fünf Berichtsjahre: Die Banco de España überarbeitet ihre experimentelle Statistik zum spanischen Wagniskapital von 2020 bis 2024. Vollständigere Datensätze und neue Zuordnungskriterien erhöhen die ausgewiesenen Investitionssummen.
Voller Datensatz statt Stichprobenkürzung
Mit der Einbindung der Daten für 2025 hat die spanische Zentralbank die Reihe „Información sobre inversiones“ für den Zeitraum 2020 bis 2024 umfassend korrigiert.
Zentraler Hebel ist der Umgang mit lückenhaften Investitionsmeldungen: Während solche Datensätze bisher aus der Stichprobe gestrichen wurden, vervollständigt die Notenbank fehlende Angaben nun weitestgehend und bezieht sämtliche verfügbaren Einträge ein.
In der Folge steigen die ausgewiesenen Investitionsvolumina in der Investitionsstatistik deutlich an.
Dieser Schritt schließt die bisherige Lücke zur Rubrik „Detalle del activo“ und erhöht die interne Konsistenz der Gesamtrechnung maßgeblich.
Die Korrektur ist Teil einer kontinuierlichen Qualitätsverbesserung.
Firmensitz ersetzt Emittentenkennung
Parallel zur Datenbereinigung wechselt die BDE die Informationsquelle zur geografischen Zuordnung der Kapitalflüsse.
Für das Berichtsjahr 2025 bestimmt künftig der offizielle Sitz des empfangenden Unternehmens das Zielland der Investition und nicht mehr der bis 2024 genutzte Emittentencode.
Um Zeitreihenbrüche zu verhindern, wendet die Notenbank dieses Kriterium rückwirkend für die Jahre 2020 bis 2024 an.
Damit wird die zeitliche Vergleichbarkeit der experimentellen Statistikreihe gewahrt.
Präziser, aber spät korrigiert
Die Bereinigung schließt eine methodische Lücke bei Spaniens Wagniskapitaldaten.
Dass lückenhafte Meldungen zuvor einfach gelöscht wurden, unterschätzte das Marktvolumen jahrelang.
Für Analysten bringt das Update dringend nötige Konsistenz, zeigt aber auch die Risiken experimenteller Datensätze.