Spaniens TFP übertrifft Kern-Euroraum seit 2013 mit 0,4 Prozent
Die spanische Gesamtfaktorproduktivität wuchs zwischen 2013 und 2025 um durchschnittlich 0,4 Prozent jährlich und lag damit über dem Schnitt der vier großen Euroländer von unter 0,1 Prozent. Getrieben wurde der Zuwachs vor allem von Digitalbranchen und freiberuflichen Dienstleistungen.
Dienstleister und Digitales treiben die Wende
Nach negativen Zuwächsen von minus 0,5 Prozent pro Jahr zwischen 2000 und 2013 drehte Spaniens Produktivitätsdynamik.
In der Marktwirtschaft legte die Gesamtfaktorproduktivität von 2013 bis 2025 um 0,4 Prozent jährlich zu, während Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande zusammen unter 0,1 Prozent verharrten.
Auf Branchenebene trugen freie Berufe mit einem Plus von 0,79 Prozent und die Digitalbranche mit 0,74 Prozent zwischen 2013 und 2023 am stärksten bei.
Der Bausektor blieb mit minus 0,63 Prozent die größte Bremse.
Das spanische Bruttoinlandsprodukt wuchs von 2000 bis 2025 im Schnitt um 1,6 Prozent pro Jahr, vor allem getrieben durch ein Bevölkerungswachstum von 0,8 Prozent.
Effizienzgewinne innerhalb der Betriebe
Zwischen 2000 und 2013 dämpfte eine Fehlallokation von Ressourcen in wenig produktive Branchen wie die Bauwirtschaft das Gesamtwachstum.
Seit 2013 resultieren die Zuwächse hingegen kaum noch aus sektoralen Verschiebungen, sondern aus höherer betrieblicher Effizienz innerhalb der Wirtschaftszweige.
Dennoch bleibt eine erhebliche Lücke: Das spanische Pro-Kopf-Einkommen lag 2025 erst bei 82 Prozent des Niveaus der vier großen Vergleichsländer nach 74 Prozent im Tiefpunkt von 2013.
Aufholjagd auf halber Strecke
Spaniens Produktivitätssprung markiert einen erfreulichen Wandel weg von der reinen Baufixierung.
Der verbleibende TFP-Rückstand von acht Prozent zur UEM4 mahnt jedoch zur Nüchternheit.
Um die Wohlstandslücke vollständig zu schließen, muss Spanien dieses Tempo über zwei bis drei Jahrzehnte halten.