Normalmodelle erfassen extreme Inflationsrisiken nur begrenzt
BDE Studie

Normalmodelle erfassen extreme Inflationsrisiken nur begrenzt

Inflationsoptionen im Euroraum zeigen höhere Extremrisiken als ein Normalmodell abbildet. Diego Bonelli ermittelt in einer Studie der spanischen Zentralbank asymmetrische Verteilungen; langfristige Risiken verändern sich weniger als kurzfristige.

Kurzfristige Risiken wechseln das Vorzeichen

Diego Bonelli vergleicht im Forschungspapier Nr. 2625 der spanischen Zentralbank SABR und einen nichtparametrischen Schätzer mit einem Normalmodell.

Grundlage sind Bloomberg-Kurse für Inflationsoptionen an 4.367 Handelstagen vom 5. Oktober 2009 bis 30. Juni 2026.

Beide Alternativen zeigen stärkere Extremrisiken; SABR liefert glattere Zeitreihen.

Die Risikobilanz misst die Wahrscheinlichkeit oberhalb von 2 Prozent abzüglich jener darunter.

Für ein Jahr steigt sie von −60,8 Prozentpunkten im Zeitraum 2009–2020 auf 40,1 im Zeitraum 2021–2022.

Für fünf Jahre beginnend in fünf Jahren steigt sie nur von −15,3 auf 2,4 Punkte.

Die mittlere absolute Differenz der Exzesskurtosis beider alternativen Modelle beträgt 0,54.

Optionsmärkte gewichten Abwärtsrisiken stärker

Gegenüber der Expertenbefragung der Europäischen Zentralbank (EZB) liegt die SABR-Risikobilanz für ein, zwei und fünf Jahre um 3,9, 8,3 und 9,0 Prozentpunkte niedriger.

Die Werte betragen −32,2, −34,4 und −24,3 Punkte, gegenüber −28,3, −26,1 und −15,3 in der Befragung.

Grundlage sind 106, 106 und 103 abgeglichene Veröffentlichungen.

Die Horizonte stimmen nur näherungsweise überein.

Der Vergleich trennt weder Risikoprämien noch Informationsunterschiede oder abweichende Einschätzungen extremer Ergebnisse und prüft keine Prognosegüte.

Risikopreise sind keine Prognosen

Laut Studie messen die Optionsverteilungen bepreiste Risiken, nicht tatsächliche Eintrittswahrscheinlichkeiten.

Terminverteilungen verbinden Optionsdaten mit historisch kalibrierten Abhängigkeiten.

Die geringere langfristige Bewegung belegt deshalb keine Verankerung der Inflationserwartungen.

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