Handelsabbau bringt Portugal dreimal so viel BIP wie Spanien
Um 0,39 Prozent steigt Portugals BIP im Modell bei halbierten bilateralen Handelshemmnissen, Spaniens BIP um 0,13 Prozent. Das zeigt eine am 22. Oktober 2026 veröffentlichte Studie der Banco de España und der Banco de Portugal.
Dienstleistungen tragen die höchsten Hürden
Das Forschungspapier Nr. 2621 dokumentiert eine ungleiche Integration Spaniens und Portugals seit ihrem EU-Beitritt 1986.
Geschätzte Handelsfriktionen entsprechen rund 20 Prozent Zoll im verarbeitenden Gewerbe und über 100 Prozent bei Dienstleistungen.
Tatsächliche bilaterale Zölle bestehen nicht; die Schätzungen erfassen auch Präferenzen und lokale Netzwerke.
Sinkende Friktionen um 25 Prozent erhöhen im Modell den bilateralen Handel um etwa 20 Prozent und das BIP Portugals um 0,17 Prozent, Spaniens um 0,06 Prozent.
Bei einer Halbierung steigen Portugals Exporte nach Spanien um 51 Prozent, Spaniens Gegenexporte um 44 Prozent; die BIP-Gewinne betragen 0,39 beziehungsweise 0,13 Prozent.
Das sind langfristige Modellszenarien, keine Prognosen.
Strom verbindet stärker als Arbeit
Die Großhandelspreise für Strom unterscheiden sich 2015–2025 in 95 Prozent der Stunden um höchstens 1 Euro je MWh.
Spanische Solarenergie ergänzt portugiesische Wasserkraft und Pumpspeicher.
Arbeits- und Studierendenmobilität sowie nichtbankliche Finanzanlagen bleiben schwächer integriert.
Spaniens Löhne liegen 2024 je nach Branche 21 bis 66 Prozent über Portugals.
Spanien stellt 2022–2025 im Mittel 12,6 Prozent der risikogewichteten Auslandspositionen portugiesischer Banken; umgekehrt entfallen 3,8 Prozent auf Portugal.
Nicht jede Lücke ist abbaubar
Die Autoren trennen rechtliche Freiheiten von tatsächlich integrierten Märkten.
Nicht alle gemessenen Friktionen sind politisch abbaubar; Datenunterschiede begrenzen zudem die Vergleichbarkeit.
Als Ansatzpunkte nennen sie regulatorische Kooperation, gegenseitige Anerkennung und vernetzte Verwaltungssysteme.