Berechnungsmethode bestimmt Klimaprofil von Staatsanleihen
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Be­rech­nungs­me­tho­de bestimmt Klimaprofil von Staatsanleihen

Die Bewertung von Klimarisiken bei Staatsanleihen variiert je nach Methodik erheblich. Eine Analyse der Banco de España zeigt, dass Produktions- und Konsumansätze sowie die Normierung nach BIP oder Bevölkerungsgröße das Emissionsranking von Staaten grundlegend verändern.

Drei Schritte zum staatlichen Emissionsprofil

Die Berechnung des CO2-Fußabdrucks von Staatsanleihen folgt einem dreistufigen Prozess aus Allokation, Normalisierung und Attribution.

Zunächst werden die Emissionen des Ausgeberlandes erfasst – entweder produktionsbasiert innerhalb der Landesgrenzen, konsumbasiert unter Einbezug von Importen oder isoliert für den Staatssektor.

Um Staaten vergleichbar zu machen, werden diese Rohdaten anschließend mit dem kaufkraftbereinigten Bruttoinlandsprodukt oder der Bevölkerungszahl normiert.

Im letzten Schritt erfolgt die Zurechnung auf das Portfolio: Der Anteil des Investors an den Gesamtemissionen bemisst sich am Volumen der gehaltenen Staatsanleihen im Verhältnis zur Gesamtverschuldung oder Wirtschaftsleistung des Landes.

Widersprüchliche Ränge und die Rolle der Notenbanken

Die Wahl des Indikators verschiebt Ländervergleiche grundlegend: Industrieländer weisen bei konsumbasierten oder Pro-Kopf-Messungen schlechtere Werte auf, während Schwellenländer bei BIP-bezogenen Kennzahlen negativer abschneiden.

Notenbanken im Eurosystem sowie die Europäische Zentralbank (EZB) legen die Klimawirkung ihrer Portfolios mittlerweile standardisiert offen.

Die Banco de España wendet diese Grundsätze für nachhaltige Investitionen seit 2019 an.

Transparenz ohne Lenkungswirkung

Klimametrik für Staatsanleihen schafft Transparenz, offenbart aber die Grenzen der Notenbanken.

Investoren können Portfolios bilanzieren, bleiben beim CO2-Abbau aber von der nationalen Politik abhängig.

Ohne tatsächliche Dekarbonisierung der Staaten bleibt die Messung eine wirkungslose Pflichtübung.

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