Spanische Banken stark, aber 755.000 Wohnungen fehlen
Spaniens Bankensektor verzeichnete im Juni 2026 eine Eigenkapitalrendite von 16,2 Prozent und eine Kernkapitalquote von 14,1 Prozent. Dies betonte BDE-Vizegouverneurin Soledad Núñez beim Forbes Economic Summit in Madrid und verwies zugleich auf ein Angebotsdefizit von 755.000 Wohnungen.
Solide Bilanzen und sinkende Verschuldung
Die spanischen Banken weisen nach Angaben von Notenbank-Vizechefin Soledad Núñez eine hohe Widerstandskraft auf.
Im Juni 2026 erreichte die Eigenkapitalrendite des Sektors 16,2 Prozent, während die Kernkapitalquote (CET1) bei 14,1 Prozent lag und die Liquiditätspuffer die regulatorischen Mindestwerte deutlich übertrafen.
Zugleich liegt die Verschuldungsquote der privaten Haushalte in Spanien 14 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt des Euroraums.
Kreditausfälle gehen weiter zurück, während die reale Kreditvergabe an Familien zunimmt.
Bei den Unternehmen stagnierte das reale Kreditvolumen nach vorangegangenen Kontraktionen bei nahezu null Prozent, gestützt durch wachsende Privatkredite.
Preisschub trifft auf Angebotslücke
Besorgnis bereitet der Banco de España der Immobilienmarkt: Seit 2021 summiert sich das Angebotsdefizit auf 755.000 Wohnungen, bis 2028 droht eine Ausweitung um weitere 300.000 Einheiten.
Die realen Immobilienpreise haben sich seit 1980 um das 3,5-Fache erhöht, während das Realeinkommen lediglich um das 1,8-Fache stieg.
Zudem belasten geopolitische Spannungen das Umfeld: Europas Gasspeicher waren im August nur zu 65 Prozent gefüllt, und die Energiepreise trieben die Inflation im Euroraum auf 3,3 Prozent.
Hohe Gewinne heilen keine Wohnungsnot
Spaniens Banken glänzen mit soliden Renditen, doch das akute Wohnungsdefizit hemmt die Realwirtschaft.
Die Schere zwischen Einkommen und Häuserpreisen belegt ein Versagen der Angebotspolitik, das Notenbanken nicht heilen können.
Bleibt der Neubau aus, droht die Krise mittelfristig auch die Finanzstabilität zu belasten.
Quelle: Subgobernadora. Forbes Economic Summit 2026
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