BDE und CEMFI analysieren 20 Jahre Haushaltsdaten
Die Banco de España (BDE) und das Centro de Estudios Monetarios y Financieros (CEMFI) veranstalten am 3. und 4. September 2026 in Madrid einen Workshop zu 20 Jahren spanischer Haushaltsfinanzstudie (EFF). Im Fokus stehen Vermögensverteilung, Konsumrisiken und Arbeitsmarkterwartungen.
Vermögen, Wohnen und Konsumentscheidungen
Die zweitägige Konferenz in Madrid widmet sich den mikroökonomischen Erkenntnissen aus der spanischen Haushaltsfinanzstudie EFF.
Eröffnet wird die Veranstaltung unter anderem von Vizegouverneurin Soledad Núñez und Notenbankgouverneur José Luis Escrivá.
Das Programm umfasst vier thematische Schwerpunkte: Erwartungsbildung und Konsumrisiken, Vermögens- und Immobilienverteilung, Arbeitsmarktdynamiken sowie finanzielle Allgemeinbildung.
Internationale Forscher wie Luigi Guiso, Gizem Kosar von der New York Fed und Manuel Arellano stellen aktuelle empirische Arbeiten vor.
Eine zentrale Podiumsdiskussion unter der Leitung von Olympia Bover befasst sich zudem mit der methodischen Zukunft von Haushaltsbefragungen.
Zwei Dekaden empirische Basisarbeit
Die Encuesta Financiera de las Familias (EFF) bildet seit über zwei Jahrzehnten das statistische Rückgrat für die Analyse privater Bilanzen in Spanien.
Die Erhebung liefert detaillierte Paneldaten zu Vermögen, Verschuldung, Einkommen und Konsumverhalten spanischer Privathaushalte.
Diese Mikrodaten sind für Zentralbanken unverzichtbar, um die Transmission geldpolitischer Maßnahmen auf unterschiedliche Einkommens- und Altersgruppen präzise zu untersuchen und Risiken im Wohnimmobiliensektor frühzeitig zu identifizieren.
Goldstandard unter Anpassungsdruck
Die EFF hat die mikroökonomische Fundierung geldpolitischer Debatten im Euroraum maßgeblich geprägt.
Angesichts sinkender Rücklaufquoten bei klassischen Umfragen steht das Format jedoch vor einer überfälligen Modernisierung.
Ohne eine Verknüpfung mit administrativen Registerdaten droht dem Panel künftig ein spürbarer Relevanzverlust.