Preisrigiditäten und Gewohnheiten formen Aktien- und Zinskurven
Eine Studie von Forschern der Fed und der Banco de España vereint Preisrigiditäten mit Campbell-Cochrane-Gewohnheiten in einem Produktionsmodell. Der Ansatz erklärt erstmals simultan die Fristigkeiten von Aktien- und Anleiherenditen ohne Verzerrung makroökonomischer Mengen.
Der Doppel-Habit bricht das Dilemma
Bisherige Versuche, zeitvariable Risikoprämien über Konsumgewohnheiten in Produktionswirtschaften einzubinden, scheiterten an übermäßigen Verzerrungen bei Arbeit und Investitionen.
Pierlauro Lopez, Francisco Vázquez-Grande und David López-Salido lösen diesen Konflikt durch eine zweite Gewohnheit für Heimproduktion und Freizeit.
Unter dieser Makro-Finanz-Separation bleiben die makroökonomischen Mengen exakt auf dem Niveau von Standardmodellen, während die Preisbildung realistische Schwankungen abbildet.
Preisstarren erzeugen dabei einen operativen Hebel: Nach Produktivitätsschocks sinken Unternehmensgewinne überproportional, erholen sich danach jedoch rasch.
Kurzfristige Dividendenansprüche tragen dadurch ein hohes Verlustrisiko und verlangen eine Risikoprämie von 6,9 Prozent.
U-Form am Aktienmarkt, Aufstieg bei Anleihen
Das Modell erzeugt eine U-förmige Risikoprämienkurve für Dividenden: Im kurzen Fristbereich fällt sie wegen der schnellen Gewinnanpassung negativ ab, während die Gewohnheitseffekte bei langen Laufzeiten für einen Anstieg sorgen.
Für reale und nominale Staatsanleihen resultieren dagegen steigende Renditekurven mit einer jährlichen Inflationsrisikoprämie von etwa 50 Basispunkten.
Zudem bildet das Modell die antizyklischen Aktien- und Anleiheterminprämien sowie prozyklische Renditeabstände empirisch präzise ab.
Eleganter Brückenschlag mit Haken
Die methodische Trennung von Makromengen und Finanzpreisen löst ein altes Dilemma der Neukeynesianer elegant.
Die Konstruktion steht und fällt jedoch mit der schwer überprüfbaren Gewohnheitsbildung bei Heimarbeit.
Dennoch liefert die Arbeit einen überfälligen Rahmen, um Zins- und Aktienstrukturen geldpolitisch gemeinsam zu deuten.