US-Zölle lenken 9 Cent je Dollar an China-Exporten in die EU
BDE Studie

US-Zölle lenken 9 Cent je Dollar an China-Exporten in die EU

Die US-Zölle unter Donald Trump lenkten chinesische Exporte nur in begrenztem Umfang nach Europa um: Pro Dollar US-Importrückgang flossen real neun Cent in die EU. Das zeigt ein Forschungspapier der Banco de España anhand von Zolldaten der Jahre 2017 bis 2019.

Neun Cent je Dollar

Die Ökonomen Irina Balteanu, Maximiliano Moreno und Francesca Viani untersuchen anhand granularer HS-6-Zolldaten, wie sich die US-Zölle nach Section 301 auf europäische Importe auswirkten.

Über alle betroffenen Produktgruppen hinweg stieg das EU-Importvolumen aus China im Schnitt um 4,5 Prozent, während die US-Einfuhren um über 40 Prozent einbrachen.

Die Importpreise in der EU gaben um weniger als 2 Prozent nach.

Der reale Umlenkungseffekt betrug neun Cent je Dollar entgangener US-Einfuhren.

Die Autoren nutzen lokale Projektionen mit Differenz-von-Differenzen-Schätzern und kontrollieren für sektorspezifische Trends auf HS-2-Ebene, da das Ignorieren dieser Trends die Umleitungseffekte um bis zu drei Prozentpunkte überschätzt.

Druck auf Vorleistungsgüter und Billigsegment

Die Effekte fielen je nach Produktkategorie höchst ungleich aus.

Während Konsumgüter kaum in die EU umgeleitet wurden, verzeichneten Kapital- und Vorleistungsgüter Importanstiege von in der Spitze rund 10 Prozent.

Bei homogenen Vorleistungsgütern wie Chemikalien und Metallen sanken die Einfuhrpreise um durchschnittlich 13 Prozent.

Der Wettbewerbsdruck traf vor allem das untere Preissegment.

Dies belastete insbesondere Konkurrenten aus asiatischen Schwellenländern und europäische Niedrigpreisanbieter, während westliche Spitzenhersteller kaum betroffen waren.

Keine Flut, aber schmerzhafte Nadelstiche

Die Furcht vor einer flächendeckenden Exportschwemme nach Europa ist empirisch unbegründet.

Allerdings treffen die Umlenkungseffekte einzelne Industriesektoren und das Billigsegment empfindlich.

Europäische Industriepolitiker sollten daher punktuell gegensteuern, statt auf breite Protektion zu setzen.

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