Inflation verstärkt Preisverzerrungen besonders in Restaurants
Höhere Inflation geht mit stärkerer ineffizienter Preisstreuung einher, besonders in Restaurants. Das zeigt Santiago Alvarez-Blaser in einer am 15. Oktober 2026 veröffentlichten Forschungsarbeit der Spanischen Zentralbank (BdE).
Träge Preise vergrößern die Lücken
Wöchentliche Onlinepreise von 57.318 Restaurants und 4.664 Supermärkten in 18 Ländern bilden die Datenbasis von März 2023 bis Anfang Oktober 2025.
Steigt die annualisierte Inflation von null auf 10 Prozent, nimmt die bereinigte ineffiziente Preisstreuung insgesamt um 53,3 Prozent zu: um 72,6 Prozent in Restaurants und 46,1 Prozent in Supermärkten.
Restaurantpreise bleiben rechnerisch 15,26 Monate unverändert, Supermarktpreise 4,15 Monate.
Die Studie identifiziert zudem einen ursächlichen Effekt suboptimaler Inflation auf relative Preisverzerrungen.
In 98,53 Prozent der untersuchten Stadt-Kategorie-Kombinationen ist der geschätzte Effekt positiv; 86 Prozent weisen einen t-Wert über 2 auf.
Der Zusammenhang bleibt auch bei hoher Inflation bestehen.
Wohlfahrtsverluste hängen vom Messverfahren ab
Bei einer Substitutionselastizität von 6 entspricht der Inflationsanstieg von null auf 10 Prozent geschätzten Verlusten von 0,19 bis 0,92 Prozent des Konsums bei flexiblen Preisen.
Die länderübergreifende Basisschätzung beträgt 0,58 Prozent; die Varianz der Preislücken steigt dabei um rund 471 Prozent.
Der Autor bezeichnet die Kosten als grobe Näherungen und Untergrenzen der gesamten Inflationskosten.
Messfrequenz, Streuungsmaß und Elastizität beeinflussen ihre Höhe.
Ein kalibriertes Standardmodell mit Preisanpassungskosten reproduziert den Zusammenhang nicht.
Kein Freibrief für höhere Inflation
Alvarez-Blaser warnt deshalb vor dem Tolerieren höherer Inflationsraten.
Wer nur den flexibleren Einzelhandel betrachtet, unterschätzt laut Studie die Verzerrungen in preisträgen Sektoren.
Eine optimale Inflationsrate leitet die Arbeit nicht ab; die genaue Höhe der Kosten bleibt methodenabhängig.