Zinserhöhungen verstärken Risiken für Finanzstabilität
BDE Paper

Zinserhöhungen verstärken Risiken für Finanzstabilität

Eine neue Studie der Banco de España untersucht die Risiken von Zinserhöhungen für die Finanzstabilität. Das entwickelte Modell zeigt, dass vor allem finanzierungsbeschränkte Haushalte und schwache Banken überproportional belastet werden.

Das Risiko der steigenden Ausfallraten

Zinserhöhungen zur Preisstabilität bergen erhebliche Risiken für die Finanzstabilität.

Ein neues makroökonomisches Bankenmodell der Banco de España zeigt, dass höhere Leitzinsen die Schuldendienstkosten von verschuldeten Prestatären erhöhen und zu steigenden Ausfallraten bei Haushalten und Banken führen.

Wenn die Kreditzinsen steigen, geraten vor allem finanzierungsbeschränkte Haushalte unter Druck.

Sie müssen ihren Konsum und ihre Wohnungsnachfrage drastisch kürzen, während unverschuldete Sparer weitgehend geschützt bleiben.

Dies verstärkt die aggregierten Kontraktionseffekte der Geldpolitik und führt zu asymmetrischen Wohlfahrtsverlusten in der Wirtschaft.

Makroprudenzielle Maßnahmen als Schutzschild

Makroprudenzielle Instrumente spielen eine entscheidende Rolle, um diese Nebenwirkungen abzufedern.

Strukturelle Maßnahmen wie höhere Eigenkapitalanforderungen und strengere Beleihungsgrenzen (LTV-Obergrenzen) reduzieren das Verschuldungsniveau ex ante.

Dadurch steigen die Ausfallrisiken bei Zinserhöhungen weniger stark an.

Zudem hängt die Wirkung konjunktureller Maßnahmen vom Zustand der Bankbilanzen ab: Die Freigabe von Kapitalpuffern stützt die Kreditvergabe bei starken Banken, kann jedoch bei schwachen Bilanzen das Risiko und die Kreditkontraktion verstärken.

Mehr als nur Statistik

Die Studie liefert dringend benötigte Einblicke in die ungleiche Lastenverteilung der Geldpolitik.

Methodisch bleibt das Modell jedoch anfällig für Annahmen über Haushaltsheterogenität.

Dennoch zeigt sie eindrücklich, dass Geld- und Makroprudenzielle Politik künftig enger verzahnt werden müssen.