Protektionismus verringert Auslandsfilialen um 1,3 Prozent
Ein Anstieg des relativen bilateralen Protektionismus um einen Prozentpunkt reduziert die Zahl ausländischer Tochtergesellschaften um 1,3 Prozent. Dies belegt eine Studie der spanischen Zentralbank und der Europäischen Kommission auf Basis globaler Unternehmensverflechtungen von 2010 bis 2021.
Subventionen verdrängen den Zollschanzen-Effekt
Die Analyse verknüpft die Global Trade Alert-Datenbank mit weltweiten Eigentümerstrukturen von multinationalen Konzernen in 60 Volkswirtschaften.
Der ermittelte Rückgang um 1,3 Prozent bei den Tochtergesellschaften geht primär auf operationale Hürden zurück: Diskriminierende Subventionen, gezielte Beschränkungen und der Ausschluss von öffentlichen Aufträgen verringern die Präsenz um 1,1 Prozent.
Dieser dämpfende Kanal übertrifft den gegenläufigen „Tariff-Jumping“-Effekt von plus 0,8 Prozent deutlich, bei dem Unternehmen Zölle durch direkte Vor-Ort-Produktion umgehen wollen.
Bei neuen Greenfield-Investitionsprojekten schlägt der protektionistische Gesamteffekt mit einem Minus von 1,2 Prozent zu Buche.
Dienstleistungssektor besonders exponiert
Der negative Effekt konzentriert sich auf den Dienstleistungs- und Infrastruktursektor.
Da Dienstleistungen nicht lagerfähig sind, ist die lokale Präsenz zwingend erforderlich, wodurch Zollerleichterungen wirkungslos bleiben.
Im verarbeitenden Gewerbe fällt die Reaktion hingegen gedämpft aus.
Geopolitische Spannungen verstärken diesen Trend: Extreme Risikoausschläge reduzieren die Zahl der Niederlassungen um weitere 1,5 Prozent, wirken jedoch schwächer als verhängte Gesetze.
Industriepolitik mit Bumerang-Effekt
Die Analyse zeigt deutlich, dass verdeckte Subventionen weit schädlicher für Direktinvestitionen sind als klassische Zölle.
Dass geopolitische Rhetorik gegenüber realen Gesetzen verblasst, entzaubert rein stimmungsgetriebene Standortdebatten.
Internationale Konzerne müssen ihre Expansionsstrategien daher grundlegend überdenken.