BDE-Studie: Umweltzonen wirken stadtweit gegen Feinstaub
Drei Ökonomen der Banco de España (BDE) zeigen in einer neuen Studie, dass Umweltzonen (LEZ) die Feinstaubbelastung (PM2.5) in europäischen Städten um rund 4 Prozent senken. Die Effekte erstrecken sich dabei auch auf angrenzende Gebiete.
Feinstaub-Reduktion über die Grenzen hinaus
Umweltzonen (LEZ) reduzieren die Feinstaubbelastung (PM2.5) innerhalb ihrer Grenzen um etwa 4 Prozent.
Dies belegt eine neue Studie von Ökonomen der Banco de España (BDE), die ein hochauflösendes Geospatial-Panel-Datensatz aus 33 europäischen Ländern von 2007 bis 2022 nutzte.
Entscheidend ist der Nachweis positiver Spillover-Effekte: Die Verschmutzung nimmt auch in den an LEZ angrenzenden Gebieten ab.
Diese stadtweiten Umweltvorteile gehen über die formalen Grenzen hinaus und sind konsistent mit Netzwerk- und Technologie-Spillover-Effekten, die Verdrängungsmechanismen überwiegen.
Die Reduktionen konzentrieren sich jedoch auf größere, dichtere Städte und Zonen mittlerer Größe, während in den kleinsten Städten keine Effekte messbar sind.
Dichte und ihre Umweltkosten
Zur Kontextualisierung der LEZ-Ergebnisse schätzen die Forscher die Elastizität zwischen städtischer Bevölkerungsdichte und Umweltverschmutzung.
Ein Anstieg der Bevölkerungsdichte um 1 Prozent erhöht die PM2.5-Exposition in europäischen Städten um 6 Prozent.
Dieser Wert ist etwa halb so hoch wie in US-Städten.
Die Studie nutzt eine Instrumentalvariablenstrategie, die historische Siedlungsmuster berücksichtigt.
Die Ergebnisse werden durch ein räumliches Gleichgewichtsmodell interpretiert.
Moderate LEZ, wie sie in Europa üblich sind, führen zu aggregierten stadtweiten Emissionsreduktionen von etwa 1,8 Prozent.
Hierbei dominieren Effekte des modalen Wandels und der Flottenerneuerung die Verkehrsverdrängung.
Mehr als nur eine lokale Maßnahme
Die Studie liefert die erste kontinentale Bewertung der LEZ-Wirksamkeit und zeigt, dass Umweltzonen echte stadtweite Umweltvorteile generieren.
Sie widerlegt die Annahme, dass LEZ die Verschmutzung lediglich verlagern, und belegt stattdessen positive Spillover-Effekte.
Für die Politik bedeutet dies, dass moderate LEZ ein effektives Instrument zur Verbesserung der Luftqualität in europäischen Städten darstellen.