Innovationsrisiken treiben Renditelücke auf 2,64 Prozent
Eine Studie von Chikis, Goldberg und López-Salido erklärt die Kluft zwischen internen Renditehürden und Kapitalkosten. Nicht diversifizierbare Risiken von Entscheidungsträgern und Finanzierungsbeschränkungen schwächen demnach die schöpferische Zerstörung.
Starre Hürden dämpfen schöpferische Zerstörung
Craig A. Chikis, Jonathan Goldberg und David López-Salido zeigen, warum unternehmerische Mindestrenditen die Marktkapitalkosten übersteigen.
Die Renditelücke liegt bei 2,64 Prozentpunkten, bei realen Kapitalkosten von 5,20 Prozent und einer Hurdle Rate von 7,84 Prozent.
Zwei Reibungen treiben die Kluft: Manager fordern eine Risikoprämie für unteilbare Innovationsrisiken, und Innovationsgewinne sind unvollständig beleihbar.
Höheres Risiko senkt durch Vorsichtssparen die Marktkapitalkosten, während interne Renditehürden verharren.
Dies dämpft die schöpferische Zerstörung: Unternehmen verzichten auf rentable Forschungsprojekte, was Markteintritte verringert, Technologielücken vergrößert und Aufschläge auf 19,10 Prozent treibt.
Vergütungsstrukturen verstärken den Renditekeil
Empirisch deckt sich das Modell mit US-Daten von 1990 bis 2021: Während der Aktienanteil an der CEO-Vergütung von 5 auf rund 60 Prozent stieg und Fixgehälter unter 10 Prozent fielen, nahm die Risikoexposition der Entscheider massiv zu.
Trotz eines Anstiegs der aggregierten Forschungsquote bremste das schwächere Aufholen der Nachzügler das Produktivitätswachstum um über 23 Prozent.
Gleichzeitig stiegen die Bewertungen dominanter Superstar-Unternehmen im obersten Fünf-Prozent-Segment, weil deren Marktführerschaft beständiger wurde.
Falsche Anreize lähmen die Gesamtwirtschaft
Die Analyse entlarvt die Illusion, dass billiges Marktkapital automatisch Innovationen auslöst.
Solange Manager-Anreize zu extremer Risikoaversion führen, verpufft geldpolitische Lockerung an starren Hürden.
Ohne gezielte Reformen von Vergütungsstrukturen und Markteintrittsregeln bleibt der gesamtwirtschaftliche Dynamikverlust unumkehrbar.