Zölle von 2025 trieben US-Renditen und schwächten den Dollar
BDE Studie

Zölle von 2025 trieben US-Renditen und schwächten den Dollar

Nach den US-Zollbeschlüssen vom April 2025 fielen Dollarkurs und US-Anleihekurse gleichzeitig. Eine gemeinsame Forschungsarbeit von Bundesbank und Banco de España weist nach, dass dieses Paradoxon auf vier unabhängige Marktkräfte statt auf einen einzelnen Zollschock zurückgeht.

Vier Schocks statt eines Zolldiktats

Entgegen klassischen Mustern führten die US-Zölle vom 2. April 2025 („Liberation Day“) nicht zu einer Flucht in den Dollar, sondern zu einer anhaltenden Währungsabwertung und steigenden Renditen zehnjähriger US-Treasuries.

Die Autoren weisen nach, dass die Marktbewegungen das Zusammenspiel mehrerer orthogonaler Schocks widerspiegeln.

Der klassische Safe-Haven-Kanal erklärt lediglich den Einbruch an den Aktienmärkten und den sprunghaften Anstieg des VIX.

Für den Verfall des Dollars und den Anstieg der Treasury-Renditen war hingegen ein Schock der institutionellen Glaubwürdigkeit der USA verantwortlich.

Dieser dämpfte den Sonderstatus dollarbasierter Sicherheiten und trieb die Laufzeitprämien, während Engpässe bei Marktmachern die Swap-Spreads weiteten.

Das Ende des synchronen Sicherheitsstatus

Die methodische Besonderheit der Untersuchung liegt in der agnostischen Identifikation über Heteroskedastizität und Kurtosis in einem Vektorautoregressionsmodell mit stochastischer Volatilität und Student-t-Verteilung für den Zeitraum von Juli 2007 bis Mai 2025.

Ohne restriktive Vorzeichenannahmen trennt das Modell globale Risikofaktoren von marktspezifischen Friktionen.

Dabei zeigt sich eine fundamentale Entkopplung: Während Dollar-Convenience und Treasury-Convenience in früheren Krisen wie 2008 parallel verliefen, drifteten sie 2025 durch Bilanzrestriktionen der Primärhändler auseinander.

Kein Automatismus mehr für US-Privilegien

Die Studie bricht mit dem Dogma, dass Dollar und Treasuries bei Handelskriegen stets als sichere Häfen fungieren.

Die ökonometrische Isolierung institutioneller Glaubwürdigkeit liefert ein klares Warnsignal für Großanleger.

Das monetäre Sonderprivileg der USA erweist sich bei erratischer Politik als hochgradig verwundbar.

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