BDF aktualisiert Makromodelle und vereinfacht Prognosen
Die Banque de France (BDF) hat ihre makroökonomischen Prognosemodelle aktualisiert und eine vereinfachte Plattform für Zwischenprojektionen eingeführt. Dies verbessert die Effizienz, reduziert aber die Granularität.
BMEs im neuen Gewand
Die Banque de France hat die Basic Model Elasticities (BMEs) ihres semi-strukturellen makroökonomischen Modells für Frankreich (FR-BDF) aktualisiert.
Die ursprüngliche Version von 2020 wurde seither erheblich erweitert, unter anderem um detaillierte Blöcke für Haushaltskredite, den Wohnungsmarkt und die Unternehmensfinanzierung.
Nach der Veröffentlichung der nationalen Konten auf Basis 2020 erfolgte zudem eine vollständige Neubewertung des Modells.
Die neuen BMEs spiegeln diese Verbesserungen wider und basieren weiterhin auf einem Orthogonalitätsprinzip.
Dies ermöglicht die Analyse von Reaktionen auf isolierte Schocks, deren Effekte additiv kombiniert werden können, um alternative Szenarien zu entwerfen.
Die Aktualisierung ist ein Ergebnis des umfassenden Neubewertungsprojekts des FR-BDF-Modells im Jahr 2024.
FR-BMEs: Effizienz vor Granularität
Zusätzlich stellt das Papier FR-BMEs vor, ein vereinfachtes, linearisiertes Modell, das direkt auf den aktualisierten FR-BDF BMEs basiert.
Dieses Modell wird seit März 2024 für die Zwischenprojektionen der Banque de France im März und September verwendet.
Während das umfassende FR-BDF-Modell weiterhin der Maßstab für die halbjährlichen makroökonomischen Projektionsübungen des Eurosystems bleibt, verbessert FR-BMEs die operative Effizienz bei den Zwischenrunden erheblich.
Dieser Effizienzgewinn geht jedoch mit einem Kompromiss einher: FR-BMEs liefert keine detaillierten Projektionen für die öffentlichen Finanzen, das Haushaltseinkommen oder die Unternehmensmargen.
Dennoch bleibt das vereinfachte Modell vollständig konsistent mit der Dynamik von FR-BDF und eignet sich gut für Prognosen sowie für kontrafaktische Analysen.
Prognosefehler: Ein Blick hinter die Kulissen
Das neue Modell bietet wertvolle Einblicke in Prognosefehler, wie die Analyse der BIP-Wachstumsabweichung 2024 zeigt.
Die tatsächliche Wachstumsrate von 1,1 Prozent übertraf die Prognose von 0,9 Prozent, was eine Abweichung von +0,2 Prozentpunkten bedeutet.
Diese Diskrepanz erklärt sich hauptsächlich durch Revisionen historischer Daten (+0,16 Prozentpunkte) und, zu einem geringeren Teil, durch Änderungen der Eurosystem-Annahmen (+0,05 Prozentpunkte).
Bemerkenswert ist, dass sich Revisionen bei den Annahmen zu den öffentlichen Finanzen (+0,28 Prozentpunkte) und Fehler in der Expertenbeurteilung (-0,28 Prozentpunkte) zufällig gegenseitig aufhoben.