EBA-Kapitalübung: Weniger Kredite in Eurozone
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EBA-Kapitalübung: Weniger Kredite in Eurozone

Eine BDF-Studie zeigt: Die EBA-Kapitalübung 2011/12 führte zu geringerem Kreditwachstum in der Eurozone. Banken mit Kapitalbedarf reduzierten ihre Kreditvergabe.

Kapitalbedarf bremst Kreditvergabe

Die EBA-Kapitalübung 2011/12, die große europäische Bankengruppen zur Erhöhung ihrer Kernkapitalquote bis Juni 2012 verpflichtete, führte zu einer deutlichen Reduktion der Kreditvergabe.

Eine Studie der Banque de France (BDF) von Jean-Stéphane Mésonnier und Allen Monks analysiert diesen quasi-natürlichen Experiment.

Sie zeigt, dass Banken, die ihr Kapital um 1 Prozent der risikogewichteten Aktiva aufstocken mussten, ein um 1,2 bis 1,6 Prozentpunkte geringeres jährliches Kreditwachstum verzeichneten als Banken ohne Kapitalerhöhungsbedarf.

Dies galt für den neunmonatigen Zeitraum der Übung.

EZB-Präsident Mario Draghi nannte die Übung damals „prozyklisch“, da sie zu einem Zeitpunkt entschieden wurde, „als die Dinge ganz anders waren“.

Die Ergebnisse sind besonders relevant für die anstehende Überprüfung der Aktivaqualität (AQR) durch den neuen Europäischen Einheitlichen Aufsichtsmechanismus, die für November 2014 erwartet wird.

Keine Substitution durch andere Banken

Die EBA-Kapitalübung wurde im Oktober 2011 inmitten der Staatsschuldenkrise der Eurozone angekündigt, um das Vertrauen der Marktteilnehmer in die Widerstandsfähigkeit europäischer Banken zu stärken.

Gleichzeitig gab es Bedenken, dass die Krise die Kreditversorgung der Realwirtschaft beeinträchtigen und Rezessionen verschärfen könnte.

Die Studie der BDF-Ökonomen zeigt, dass Banken, die nicht rekapitalisieren mussten, die Kreditvergabe der stärker eingeschränkten Institute nicht kompensierten.

Dies deutet auf prozyklische makroökonomische Effekte hin.

Die Autoren stellen zudem fest, dass die beobachtete Schwäche im Kreditwachstum nicht auf erhöhten Finanzierungsstress nach Informationsveröffentlichung durch die EBA zurückzuführen war.

Notwendig, aber mit Nebenwirkungen

Die EBA-Kapitalübung war ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Finanzstabilität, doch die Studie beleuchtet ihre unbeabsichtigten Nebenwirkungen auf die Kreditmärkte.

Die Ergebnisse zeigen, dass regulatorische Maßnahmen, auch wenn sie gut gemeint sind, kurzfristig die Realwirtschaft belasten können.

Für künftige Aufsichtsbehörden ist dies eine Mahnung, die prozyklischen Effekte von Kapitalanforderungen genau abzuwägen.