Gerichtsfusionen verbessern Insolvenzverfahren für Kleinunternehmen
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Gerichtsfusionen verbessern Insolvenzverfahren für Kleinunternehmen

Gerichtsfusionen in Frankreich haben die Qualität von Insolvenzentscheidungen verbessert. Eine Banque de France-Studie zeigt, dass Fehlurteile bei Kleinunternehmen reduziert wurden.

Weniger Fehlurteile bei Kleinunternehmen

Die Reform der französischen Gerichtslandschaft im Jahr 2009, bei der die Zahl der Handelsgerichte von 185 auf 134 reduziert wurde, hat die Qualität der Insolvenzverfahren verbessert.

Eine neue Studie der Banque de France belegt, dass die Fusionen den sogenannten 'Continuation Bias' reduziert haben: die Tendenz, nicht überlebensfähigen Unternehmen eine zweite Chance zu geben.

Gleichzeitig stieg der 'Liquidation Bias' – die fälschliche Liquidation überlebensfähiger Unternehmen – nicht an.

Die fusionierten Gerichte sind selektiver geworden, restrukturieren seltener, aber erfolgreicher.

Dies betrifft fast ausschließlich Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern, die über 90 Prozent der untersuchten Insolvenzen ausmachen.

Für größere Unternehmen wurde kein signifikanter Effekt beobachtet, da deren Entscheidungen wohl schon vor der Reform weniger anfällig für Verzerrungen waren.

Die Studie basiert auf einer Stichprobe von 600.000 Insolvenzverfahren zwischen 2000 und 2019 und nutzt die 'Difference-in-Differences'-Methode.

Ehrenamtliche Richter im Fokus der Reform

Die Gerichtsreform von 2009 zielte darauf ab, das französische Handelsjustizsystem zu modernisieren, Kosten zu senken und die Qualität der Entscheidungen zu verbessern.

Anfängliche Befürchtungen bezüglich längerer Wege für Kläger und einer Überlastung der aufnehmenden Gerichte haben sich nicht bestätigt.

Französische Handelsgerichte sind einzigartig, da sie aus ehrenamtlichen Richtern bestehen, die aus der Geschäftswelt gewählt werden.

Diese lokale Verankerung kann zu Entscheidungsverzerrungen führen, bietet aber auch ein tiefes Verständnis des lokalen Kontexts.

Die Analyse berücksichtigte Unternehmensmerkmale, lokale Wirtschaftsbedingungen und die allgemeine Wirtschaftslage, da die Reform während der Finanzkrise umgesetzt wurde.

Erfolg durch Praxis-Transfer

Die Studie liefert einen wichtigen Beleg für die Wirksamkeit von Strukturreformen im Justizwesen.

Sie zeigt, dass die bloße Konsolidierung von Gerichten nicht ausreicht, sondern die Verbreitung bewährter Praktiken entscheidend ist.

Für die öffentliche Verwaltung ist dies ein klares Signal, bei Rationalisierungsmaßnahmen auf Qualitätstransfer zu setzen.