OECD-Studie: Geringe Wohnungsangebots-Reaktivität erhöht Hauspreise
Eine OECD-Studie zeigt, dass restriktive Flächennutzungsregulierung und Mietkontrollen die Reaktivität des Wohnungsangebots in OECD-Ländern signifikant schwächen. Dies führt dazu, dass Hauspreise bei steigender Nachfrage stärker ansteigen.
Regulierung als Preistreiber
Die Studie schätzt langfristige Preiselastizitäten des Wohnungsangebots in OECD-Ländern und identifiziert deren Treiber mit besonderem Fokus auf politische Maßnahmen.
Sie findet einen signifikanten Zusammenhang zwischen einer schwächeren Angebotsreaktion und restriktiveren Flächennutzungsregelungen.
Darüber hinaus sind strengere Mietkontrollen mit geringeren Angebotselastizitäten verbunden.
Eine schwache Angebotsreaktion bedeutet wiederum, dass die Hauspreise bei stärkerer Nachfrage überproportional steigen.
Die Sensitivität der Hauspreise gegenüber dem Haushaltseinkommen ist zudem in Ländern höher, die größere Steuererleichterungen für Wohneigentümer bieten.
Dies unterstreicht die Rolle politischer Entscheidungen bei der Gestaltung der Marktdynamik und der Preisentwicklung im Wohnungssektor.
Wohnungsnot und Wirtschaftsbremse
Der Trend steigender Hauspreise in vielen OECD-Ländern hat die Erschwinglichkeit von Wohnraum erheblich untergraben.
Während der Hauserwerb Mitte der 1980er Jahre noch 6,8 Jahresgehälter erforderte, sind es heute über 10 Jahre.
Ein elastisches Wohnungsangebot ist entscheidend, um zeitnah auf Bedarfe zu reagieren und Preissteigerungen zu begrenzen, was die Wohnungserschwinglichkeit sichert.
Restriktive Vorschriften verursachen erhebliche wirtschaftliche Kosten: Sie behindern die Mobilität von Arbeitskräften in Wachstumsregionen und können die Wirtschaftsleistung mindern.
Eine Schätzung für die USA zeigt, dass Fehlallokationen durch strenge Flächennutzungsregulierung die Wirtschaftsleistung zwischen 1964 und 2009 um 36 Prozent reduziert haben.
Ein klarer politischer Auftrag
Die Studie liefert eine fundierte empirische Basis für die Diskussion über Wohnungsmarktpolitik.
Sie zeigt deutlich auf, wie regulatorische Eingriffe unbeabsichtigte, negative Effekte auf Preise und Erschwinglichkeit haben können.
Für politische Entscheidungsträger ist dies ein klarer Aufruf, Flächennutzungs- und Mietkontrollpolitik kritisch zu überprüfen, um Wohnungsversorgung und gesamtwirtschaftliche Effizienz zu verbessern.