ESG-Fonds widerstandsfähig trotz Gegenwind – französische Labels adaptieren
Europäische ESG-Fonds zeigten zwischen Q1 2023 und Q3 2025 eine resiliente Performance, obwohl das Umfeld schwieriger wurde. Französische Fonds passen sich zudem den neuen Anforderungen des SRI-Labels an.
Trotz Gegenwind: Europäische Fonds widerstandsfähig
Europäische ESG-Fonds zeigten zwischen Q1 2023 und Q3 2025 eine bemerkenswerte Resilienz, trotz erheblichem Gegenwind.
Dieser umfasste Maßnahmen der Trump-Administration gegen ESG-Investitionen, regulatorische Unsicherheiten wie die Überarbeitung der SFDR sowie die Underperformance bestimmter 'grüner' Segmente.
So fielen beispielsweise kapitalintensive grüne Aktien aufgrund hoher Langfristzinsen.
Trotzdem wuchsen die globalen Vermögenswerte unter Verwaltung (AUM) von 2,74 Billionen US-Dollar Ende März 2023 auf 3,735 Billionen US-Dollar Ende September 2025. Europa trug mit 85 Prozent den größten Anteil dazu bei.
Nettoabflüsse von 55,1 Milliarden US-Dollar im dritten Quartal 2025 waren hauptsächlich technischer Natur, da Vermögenswerte innerhalb des nachhaltigen Anlageuniversums verschoben wurden.
Ohne diesen Effekt betrugen die globalen Nettoabflüsse 7,1 Milliarden US-Dollar, hauptsächlich aus den USA und Europa.
Europa verzeichnete im Q1 2025 erstmals nach 28 Quartalen Abflüsse, bleibt aber der Haupttreiber der Zuflüsse.
SRI-Reform prägt französischen ESG-Markt
In Frankreich wuchsen die AUM der nationalen ESG-Labels (SRI, CIES, Relance, Greenfin, Finansol) stetig von 581 Milliarden Euro im Q1 2023 auf 662 Milliarden Euro im Q3 2024. Ein signifikanter Rückgang im Q4 2024 auf 317 Milliarden Euro war hauptsächlich der Reform des SRI-Labels geschuldet, welches fast 90 Prozent der gesamten AUM ausmacht.
Die Reform von 2024 stärkte die ESG-Kriterien und führte zu einer Entlabelung von Fonds: Die Anzahl sank von 2.763 auf 941 (-66 Prozent oder 343 Milliarden Euro).
Auf vergleichbarer Basis blieben die AUM der SRI-Fonds jedoch stabil bei 618 Milliarden Euro.
Seit dem Q4 2024 haben sich die AUM der SRI-Fonds wieder erholt und stiegen von 275 Milliarden Euro auf 501 Milliarden Euro im Q3 2025.
Resilienz trotz Schönheitsfehler
Die Studie der Banque de France bestätigt die Widerstandsfähigkeit von ESG-Fonds, auch wenn die Schlagzeilen Abflüsse suggerieren.
Viele dieser Bewegungen sind technischer Natur, während die Vermögenswerte unter Verwaltung weiter wachsen und strengere Labels wie in Frankreich erfolgreich adaptiert werden.
Dies zeigt, dass das zugrunde liegende Engagement für nachhaltige Anlagen trotz Marktschwankungen und politischem Gegenwind robust bleibt.