Villeroy de Galhau: Europa-China-Beziehung unter Druck
Die Wirtschaftsbeziehung zwischen Europa und China steht unter hohem Druck durch Unsicherheit und wachsende Ungleichgewichte. Dies betonte Banque de France Gouverneur François Villeroy de Galhau in einer Rede in Peking.
Bilaterale Bande unter geopolitischem Druck
Die wirtschaftlichen und finanziellen Beziehungen zwischen der EU und China haben sich in den letzten Jahrzehnten erheblich vertieft.
China ist der führende Waren- und Dienstleistungslieferant der EU und ihr viertgrößter Kunde; die EU ist Chinas zweitgrößter Handelspartner.
Der bilaterale Handel übersteigt jährlich 860 Milliarden US-Dollar.
Diese Integration, die sich in tief verwurzelten Wertschöpfungsketten in Sektoren wie der Automobilindustrie und Pharmazeutika zeigt, wurde jedoch durch Schocks wie die Covid-Krise und geopolitische Spannungen herausgefordert.
Diese Ereignisse offenbarten die Anfälligkeit hochintegrierter Lieferketten und die globale Ausbreitung von Energiepreisschocks.
Die Banque de France und die People's Bank of China engagieren sich gemeinsam im Network for Greening the Financial System (NGFS), um die Energiewende zu unterstützen und Risiken zu mindern.
Globale Ungleichgewichte kehren zurück
Nach Jahren der Verringerung weiten sich die globalen makroökonomischen Ungleichgewichte wieder aus.
Im Jahr 2025 erreichte das US-Leistungsbilanzdefizit 3,6 Prozent des BIP, Chinas Überschuss stieg auf 3,8 Prozent des BIP, und der Euroraum verzeichnete weiterhin einen Überschuss von etwa 1,7 Prozent des BIP.
Diese Ungleichgewichte spiegeln unausgewogene Wachstumsdynamiken wider: Das US-Defizit resultiert aus chronisch hohen Haushaltsdefiziten und geringen privaten Ersparnissen; Chinas Überschuss aus schwachem Haushaltskonsum und übermäßigem industriellen Angebot; Europas Überschuss aus hohen Ersparnissen bei unzureichenden produktiven Investitionen.
Diese Situation birgt erhebliche Risiken für die Weltwirtschaft, darunter Handelsspannungen, geoökonomische Fragmentierung und finanzielle Instabilität.
Gemeinsame Verantwortung, geteilte Last
Die Reduzierung exzessiver Leistungsbilanzungleichgewichte erfordert koordiniertes Handeln der größten Volkswirtschaften.
China muss den Binnenkonsum stärken, Europa mehr investieren und die USA ihre Fiskalpolitik konsolidieren.
Nur eine gemeinsame Strategie kann Handelsspannungen und Finanzinstabilität abwenden.