Französische Finanzbranche: 196 Mrd. Euro Klimaverluste
BDF Decoder Read in English

Französische Finanzbranche: 196 Mrd. Euro Klimaverluste

Eine Studie der Banque de France (BDF) warnt vor erheblichen Risiken für das französische Finanzsystem durch extreme Wetterereignisse. Französische Banken, Versicherer und Vermögensverwalter könnten Verluste von 196 Milliarden Euro erleiden, was einem Rückgang ihrer Portfolio-Werte um 4 Prozent entspricht.

Physische Risiken dominieren

Die BDF-Analyse, basierend auf NGFS-Szenarien, quantifiziert die potenziellen Auswirkungen extremer Klimaereignisse auf den französischen Finanzsektor.

Im Fokus steht das 'Disasters and Policy Stagnation'-Szenario, das physische Risiken wie Dürren, Hitzewellen und Waldbrände im Jahr 2026 sowie Überschwemmungen und Stürme im Jahr 2027 simuliert.

Unter diesem Szenario drohen französischen Banken, Versicherern und Vermögensverwaltern Verluste von 196 Milliarden Euro, was einem Wertverlust ihrer Aktien- und Anleiheportfolios von 4 Prozent entspricht.

Die durchschnittliche Aktienkurskorrektur unter physischem Risiko wird auf 14,5 Prozent geschätzt, verglichen mit 2,7 Prozent unter Übergangsrisiko.

Auch Unternehmens- und Staatsanleihen sind stärker betroffen, was die Dominanz physischer Risiken unterstreicht.

Sektoren und Investoren unterschiedlich betroffen

Die Analyse offenbart eine heterogene Betroffenheit von Sektoren und Investoren.

'Trockenereignisse' im Jahr 2026 beeinträchtigen primär Landwirtschaft (41 % Aktienkursrückgang) und Baugewerbe (18 %).

'Nasse Ereignisse' 2027 hingegen wirken breiter, mit durchschnittlich 15 Prozent Aktienkursrückgang über alle Sektoren.

Bei den Finanzinstituten sind Investmentfonds mit durchschnittlich 5,1 Prozent Portfolioverlusten (62 Mrd. Euro) am stärksten betroffen, da sie stark in Aktienmärkten engagiert sind.

Versicherungsunternehmen erleiden Verluste von 3,8 Prozent.

Kreditinstitute, deren Engagements sich auf Anleihen konzentrieren, sind mit 0,7 Prozent Verlusten vergleichsweise weniger betroffen.

Die Studie betont die Notwendigkeit, diese Risiken rasch in die Strategien der Finanzinstitute zu integrieren, um deren Resilienz gegenüber intensiveren Klimaschocks zu gewährleisten.