Frauen in Führungspositionen beantragen seltener Bankkredite, werden aber nicht häufiger abgelehnt
Französische Unternehmen unter weiblicher Führung nutzen seltener Bankkredite. Dies liegt an einer geringeren Nachfrage, nicht an einer höheren Ablehnungsquote durch Banken.
Nachfrage geringer, Ablehnung nicht höher
Eine Studie der Banque de France (BdF) zeigt, dass französische Unternehmen unter weiblicher Führung seltener Bankkredite beantragen als männlich geführte Firmen.
Zwischen 2012 und 2023 stellten durchschnittlich 24 Prozent der weiblich geführten Unternehmen Kreditanträge, verglichen mit 31 Prozent der männlich geführten.
Diese Differenz ist primär auf eine geringere Nachfrage seitens der weiblichen Führungskräfte zurückzuführen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kreditantrag von einer Bank abgelehnt wird, unterscheidet sich hingegen nicht signifikant zwischen den Geschlechtern, wenn Unternehmens- und Führungskräfte-Merkmale berücksichtigt werden.
Die Analyse ergab, dass weiblich geführte Unternehmen je nach Finanzinstrument (Kassenkredite, Investitionskredite, Kreditlinien) zwischen 12 und 26 Prozent weniger Kredit beantragen.
Die Unterschiede in der Kreditnutzung ergeben sich also hauptsächlich aus der geringeren Antragsfrequenz.
Wirtschaftliche Effizienz leidet unter Ungleichheit
Die Frage der Finanzierung weiblicher Unternehmerinnen wirft nicht nur Gerechtigkeitsfragen auf, sondern auch solche der wirtschaftlichen Effizienz.
Ungleicher Zugang zu Finanzmitteln kann zu einer Unterauslastung weiblicher Talente und reduzierten Wachstums- und Überlebensaussichten innovativer Unternehmen führen.
Dies resultiert letztlich in makroökonomischen Ineffizienzen durch eine schlechte Kapitalallokation.
Studien zeigen, dass Frauen in Führungspositionen weiterhin unterrepräsentiert sind (25 Prozent im Jahr 2023) und der Gender Pay Gap im Privatsektor 2023 noch bei 22 Prozent lag.
Eine frühere Studie zu französischen Start-ups (Hebert, 2025) zeigte zudem, dass weibliche Unternehmerinnen eine um 22 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit haben, externes Eigenkapital zu erhalten.
Finanzwissen als entscheidender Hebel
Die geringere Kreditnachfrage weiblicher Führungskräfte könnte laut Studie an einem niedrigeren Finanzwissen liegen, besonders bei Neugründungen.
Dies ist ein wichtiger Ansatzpunkt für gezielte Fördermaßnahmen und weitere Forschung.
Eine verbesserte Finanzbildung könnte somit Chancengleichheit und Kapitalallokation verbessern.