Frankreichs Finanzsystem: Resilient, aber Risiken durch Staatschuld und KI-Assets
Das französische Finanzsystem zeigt sich widerstandsfähig gegenüber externen und internen Schocks. Die Banque de France warnt jedoch vor Risiken durch hohe Staatsverschuldung und überbewertete KI-Assets.
Stabilität unter Druck: Schulden und KI-Boom
Das französische Finanzsystem bleibt widerstandsfähig, obwohl das Risiko externer und interner Schocks gestiegen ist.
Die Banque de France (BDF) verweist auf einen verbesserten makroökonomischen Ausblick im zweiten Halbjahr 2025, primär durch reduzierte handelspolitische Unsicherheiten.
Dennoch sind risikoreiche Vermögenswerte, insbesondere US-Aktien im KI-Sektor, historisch hoch bewertet und anfällig für eine Korrektur.
Diese könnte sich als ungeordnet und ansteckend erweisen, verstärkt durch Schwachstellen im Nichtbanken-Finanzsektor.
Weltweit führen hohe öffentliche Finanzierungsbedarfe zu einem Anstieg der Staatsanleihen und langfristiger Zinsen.
In Frankreich belastet die geschwächte Fiskaltrajektorie die Finanzierungsbedingungen.
Die Lage der nichtfinanziellen Unternehmen stabilisiert sich zwar, bleibt aber anfällig für eine makroökonomische Verschlechterung.
Banken und Versicherer zeigen sich weiterhin robust mit soliden Kapital- und Liquiditätsniveaus.
Der Bericht wurde am 31. Dezember 2025 fertiggestellt und berücksichtigt keine späteren Ereignisse.
Von Staatsanleihen bis Stablecoins: Die Verwundbarkeiten
Weltweit erreichen Staatsverschuldungen Rekordhöhen, was die Finanzierungsbedingungen belastet.
In Frankreich könnte ein unzureichender Defizitabbau unter 5 Prozent die Finanzstabilität gefährden und zu Herabstufungen führen.
Zweifel an den Bewertungen risikoreicher Vermögenswerte, insbesondere im KI-Sektor, sind erheblich.
Eine Konzentration der Marktkapitalisierung und eine mögliche Revision der Gewinnaussichten könnten eine plötzliche Marktkorrektur auslösen.
Krypto-Asset-Märkte blieben 2025 hochvolatil, mit einem Kapitalisierungsrückgang von 24 Prozent.
Der Boom der Stablecoins setzt sich fort, deren Risiken die BDF hervorhebt.
Die Notwendigkeit, die Risiken der Nichtbanken-Finanzintermediäre (NBFIs) und des privaten Kreditmarktes besser zu verstehen, wird betont, da ihre Verflechtungen mit dem traditionellen Finanzsystem zunehmen und die Transparenz gering ist.
Stabilität auf dünnem Eis
Der Bericht der BDF zeichnet ein Bild trügerischer Stabilität, in dem die oberflächliche Resilienz von tiefgreifenden, systemischen Risiken untergraben wird.
Insbesondere die Verflechtung von Staatsverschuldung, überhitzten Tech-Märkten und dem intransparenten Nichtbanken-Sektor schafft ein explosives Gemisch.
Ohne entschlossene fiskalische Konsolidierung und eine schärfere Regulierung dieser neuen Risikofelder bleibt das System anfällig für den nächsten Schock.
Quelle: Financial stability report – December 2025
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