Frankreichs Fit-for-55: BDF-Studie warnt vor mittelfristigen Makrokosten
Die Banque de France (BDF) warnt vor mittelfristigen makroökonomischen Kosten des Fit-for-55-Pakets für Frankreich. Eine neue Studie zeigt, dass die CO2-Reduktion mit langsamerem Wachstum und leicht erhöhter Inflation einhergeht.
Der Preis der Dekarbonisierung
Die Dekarbonisierung der französischen Wirtschaft im Rahmen des Fit-for-55-Pakets bringt mittelfristige makroökonomische Kosten mit sich.
Die Banque de France schätzt, dass das BIP-Wachstum am Tiefpunkt um 0,2 Prozentpunkte niedriger ausfallen wird und ein Inflationshöhepunkt von 0,5 Prozentpunkten erreicht wird.
Diese Effekte resultieren hauptsächlich aus dem Übergang von effizienten, aber umweltschädlichen zu weniger effizienten, aber sauberen Technologien.
Dies führt zu einem erheblichen Verlust der durchschnittlichen Effizienz von Kapital und Arbeit.
Die Studie geht von einer schrittweise steigenden CO2-Steuer aus, die bis 2030 rund 275 Euro pro Tonne CO2-Äquivalent erreicht.
Langfristig sind die Vorteile der Emissionsreduktion jedoch klar, da sie enorme wirtschaftliche Verluste durch Untätigkeit verhindert.
Zwei Modelle für die Energiewende
Für ihre Analyse kombiniert die BDF zwei Modelle: FR-GREEN, ein neues reales dynamisches allgemeines Gleichgewichtsmodell für strukturelle Veränderungen der Energiewende, und FR-BDF, das übliche nominale Prognosemodell für kurzfristige Inflations- und Nachfragedynamiken.
Dieser hybride Ansatz ermöglicht ein umfassenderes Bild der Auswirkungen des Fit-for-55-Pakets auf die französische Wirtschaft bis 2030.
Das EU-Paket zielt darauf ab, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu senken.
Für Frankreich, wo die Emissionen bereits um etwa 25 Prozent zurückgegangen sind, bedeutet dies eine weitere Reduktion um 30 Prozentpunkte innerhalb weniger Jahre.
Eine konservative Annahme der Studie ist, dass es während der Übergangsphase keine neuen grünen Technologien gibt.
Keine Gratis-Wende
Die Studie liefert eine wichtige, wenn auch konservative, Einschätzung der realen Kosten der Klimatransformation.
Sie unterstreicht, dass ambitionierte Klimaziele nicht ohne mittelfristige wirtschaftliche Anpassungen zu erreichen sind.
Für die Geldpolitik bedeutet dies, dass sie mit temporären Inflationsschüben und Wachstumsdämpfung umgehen muss, was die Zielerreichung erschwert.