Handelsblöcke destabilisieren Weltwirtschaft: Wohlfahrtsverluste durch Fragmentierung
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Handelsblöcke destabilisieren Weltwirtschaft: Wohlfahrtsverluste durch Fragmentierung

Eine Studie der Banque de France zeigt, dass die Fragmentierung des Welthandels in rivalisierende Blöcke zu erheblichen Wohlfahrtsverlusten führt. Neutrale Länder profitieren paradoxerweise, was die Stabilität der Blöcke untergräbt.

Das Paradox der neutralen Gewinner

Eine Studie der Banque de France quantifiziert die Auswirkungen einer Fragmentierung des Welthandels in rivalisierende Blöcke.

Das Ergebnis: Weltweit sinken Handel und Wohlfahrt.

Die Verluste sind erheblich größer, wenn die Fragmentierung durch nicht-tarifäre Handelshemmnisse statt durch Zölle entsteht, da Zölle Einnahmen generieren, die Konsumenten teilweise kompensieren.

Bei einem vollständigen Handelsstopp zwischen Blöcken fällt der globale Realkonsum um etwa 0,8 Prozent.

Ein Anstieg der Handelsbarrieren um 20 Prozent zwischen Blöcken reduziert den Handel um fast zwei Drittel.

Während Mitglieder der westlichen und östlichen Blöcke Wohlfahrtsverluste von typischerweise 0,1 bis 0,8 Prozent erleiden – mit größeren Einbußen für eng verknüpfte Volkswirtschaften wie China und Russland – profitieren neutrale Länder wie Vietnam oder Mexiko.

Sie ziehen Produktion und Lieferkettenumlenkungen von beiden Seiten an.

Gefangen im Gefangenendilemma

Die Studie beleuchtet auch die strategische Logik von Zollkriegen.

Ein unilateraler Zoll kann das Wohl eines Blocks verbessern, indem er dessen Terms of Trade verbessert.

Doch die Vergeltung des anderen Blocks ist eine rationale Reaktion, die einen Teil der eigenen Verluste wieder aufholt.

Dies führt zu einem bilateralen Zollkrieg als Gleichgewicht, obwohl beide Blöcke schlechter dastehen als unter Freihandel – ein klassisches Gefangenendilemma.

Da neutrale Länder gewinnen und Blockmitglieder verlieren, sind Handelsblöcke intrinsisch fragil.

Die Analyse zeigt, dass der größere westliche Block aufgrund seiner Größe einen natürlichen Vorteil hat und in mehreren Runden alle neutralen Volkswirtschaften anziehen könnte, wenn diese zur Wahl gezwungen wären.

Teure Illusion der Autarkie

Die Ergebnisse unterstreichen die hohe Anfälligkeit der Weltwirtschaft für geopolitische Spannungen.

Selbst moderate Fragmentierung kann einen Großteil der globalen Handelsgewinne zunichtemachen und die Illusion einer autarken Wirtschaft teuer erkaufen.

Für politische Entscheidungsträger ist dies ein klares Signal, die Kosten einer Entkopplung nicht zu unterschätzen.

Quelle: Geoeconomic Fragmentation in a Multi-Country GVC Model

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