US-Staatsanleihen: Schwächere Safe-Haven-Eigenschaften
US-Staatsanleihen zeigen seit der Pandemie schwächere Safe-Haven-Eigenschaften. Eine BDF-Studie zeigt, dass dies eine globale Neukonfiguration der Absicherungseigenschaften von sicheren Anlagen widerspiegelt, nicht nur einen US-spezifischen Rückgang.
Globale Safe Assets neu bewertet
Ein neues Working Paper der Banque de France (BDF) schlägt eine empirische Taxonomie sicherer Anlagen vor, basierend auf ihrem Verhalten in Phasen globaler Risikoaversion.
Das multikriterielle Framework bewertet die Performance von Anleihen, Währungen und alternativen Anlagen während ausgeprägter Risk-off-Phasen.
Die Studie identifiziert globale Safe Assets, kreditsensible Anlagen und Schwellenländer-Assets.
Demnach zeigen Staatsanleihen der G10-Länder, einschließlich US-Treasuries, konsistent das stärkste Safe-Haven-Verhalten.
Eine begrenzte Anzahl von Unternehmensanleihen weist teilweise Safe-Asset-Eigenschaften auf.
Gold ist die einzige alternative Anlage, die über alle Kriterien hinweg hohe Werte erzielt, insbesondere bei geopolitischen Risiken.
US-Treasuries im Wandel
Die Studie zeigt, dass US-Staatsanleihen seit der Pandemie schwächere Safe-Haven-Eigenschaften aufweisen.
Dies ist jedoch kein US-spezifischer Rückgang, sondern spiegelt eine breitere Neukonfiguration der Absicherungseigenschaften globaler Safe Assets wider.
Schwächere Safe-Haven-Eigenschaften sind mit höherer Inflation, steigenden Schuldenständen und einer Verknappung verfügbarer Anlagen verbunden, die durch Zentralbankkäufe entstehen.
Der US-Dollar behält hingegen seine dominante Position als führende Safe-Haven-Währung bei.
Abschied vom Alleinstellungsmerkmal
Die Ergebnisse der BDF-Studie unterstreichen eine fundamentale Verschiebung im Verständnis sicherer Anlagen.
US-Staatsanleihen bleiben zwar wichtig, verlieren aber ihren Status als unangefochtenes globales Safe Asset.
Dies zwingt Investoren und Zentralbanken, ihre Portfolios und Strategien an eine komplexere Risikolandschaft anzupassen.