Importzölle dämpfen Wachstum und treiben Inflation an
Eine neue Studie der Banque de France (BDF) untersucht die makroökonomischen Auswirkungen von Importzöllen. Sie zeigt, dass Zollerhöhungen das Wachstum bremsen und die Inflation anheizen, wobei die Reaktion der Zentralbank entscheidend ist.
Zölle bremsen BIP, heizen Inflation an
Eine neue Studie der Banque de France (BDF) liefert robuste empirische Belege für die makroökonomischen Effekte von US-Importzöllen.
Die Analyse von Daten zwischen 1990 und 2024 zeigt, dass Zollerhöhungen sowohl kontraktionär als auch inflationär wirken und teilweise durch die Geldpolitik akkommodiert werden.
Ein Anstieg des US-Importzolls um einen Prozentpunkt führt zu einem verzögerten Anstieg der Verbraucherpreisinflation um bis zu 0,78 Prozentpunkte nach elf Quartalen.
Gleichzeitig sinkt das reale BIP schneller und erreicht nach nur sechs Quartalen einen Tiefpunkt von -1,23 Prozent.
Diese Ergebnisse füllen eine Forschungslücke, da die bisherige empirische Evidenz begrenzt und widersprüchlich war, mit Schätzungen, die von expansionären und deflationären bis hin zu kontraktionären und inflationären Effekten reichten.
Die Studie diskutiert auch potenzielle Gründe für diese divergierenden Ergebnisse in der Literatur.
Notenbank-Reaktion: Preisstabilität versus Wachstum
Die Studie untersucht zudem, wie die makroökonomischen Effekte von Zollschocks von der systematischen Reaktion der Geldpolitik abhängen.
Ohne auf ein voll spezifiziertes Strukturmodell angewiesen zu sein, zeigt die Analyse zwei kontrafaktische Szenarien auf.
Bei einer geldpolitischen Ausrichtung auf perfekte Preisstabilisierung wird der Leitzins kurzfristig um 0,82 Prozentpunkte angehoben.
Dies führt zu einem nur moderaten Inflationsanstieg von 0,21 Prozentpunkten, jedoch auf Kosten eines erheblichen Rückgangs des realen BIP um 0,44 Prozentpunkte.
Eine Geldpolitik, die strikt auf die Stabilisierung der Produktion abzielt, würde den Leitzins aggressiver um bis zu zwei Prozentpunkte senken.
Dies mildert zwar die rezessiven Effekte, verstärkt aber die Inflation erheblich, deren Spitzenwert fast doppelt so hoch ausfällt wie im Basisszenario.
Empirische Lücke geschlossen, aber mit Kosten
Diese Studie schließt eine wichtige empirische Lücke und liefert belastbare Daten zu einem hochrelevanten Thema.
Die Ergebnisse unterstreichen die komplexen Zielkonflikte der Geldpolitik bei externen Schocks wie Zöllen.
Sie zeigen klar auf, dass eine Stabilisierung der Preise oder der Produktion jeweils erhebliche Kompromisse erfordert.