Einkommensschocks in EU-Regionen: Ungleiche Abfederung durch Transfers und Migration
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Einkommensschocks in EU-Regionen: Ungleiche Abfederung durch Transfers und Migration

Haushalte in EU-Regionen federn Einkommensschocks auf Löhne sehr unterschiedlich ab. Eine Studie der Banque de France (BDF) zeigt, dass öffentliche Transfers und Migration die wichtigsten Anpassungsmechanismen sind, deren Wirksamkeit regional stark variiert.

30 Prozent Glättung – mit großen Unterschieden

Die Studie analysiert NUTS2-Regionaldaten von 2000 bis 2020 und zerlegt die Einkommensglättung in öffentliche Transfers, Vermögenseinkommen, Einkommen aus selbstständiger Arbeit/Wohnen sowie demografische Veränderungen.

Im EU-Durchschnitt werden etwa 30 Prozent der Lohnschocks abgefedert.

Dieser Wert steigt auf über 40 Prozent in der Eurozone und erreicht in Westeuropa sogar 60 Prozent.

Für jeden Euro Lohnschock sinkt das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen in der EU um 70 Cent, in der Eurozone um 60 Cent.

Öffentliche Transfers und Einkommen aus selbstständiger Arbeit/Wohnen sind die primären Anpassungsmechanismen.

In Westeuropa spielt das Vermögenseinkommen, insbesondere in Rezessionen, eine starke Rolle, während Migration in Süd- und Westeuropa einen bescheidenen, aber signifikanten Beitrag leistet.

Ein Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten

Die Analyse offenbart ausgeprägte regionale Muster, die Kern-, semi-periphere und periphere Gruppen mit unterschiedlichen Glättungskapazitäten abgrenzen.

Kernregionen verfügen über stärkere und diversifiziertere Mechanismen, während periphere Regionen zurückbleiben.

Vermögenseinkommen und demografische Kanäle sind nur in Kernregionen signifikant, was auf deren Attraktivität und besser funktionierende Kapitalmärkte hindeutet.

Diese Heterogenität unterstreicht die Natur der europäischen Integration als ein 'Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten' und die Notwendigkeit maßgeschneiderter politischer Maßnahmen zur Stärkung der Haushaltsresilienz.

Maßgeschneiderte Politik ist gefragt

Die unvollständige und regional stark variierende Fähigkeit Europas, Haushaltseinkommen bei Schocks zu schützen, stellt eine ernste Herausforderung für die Kohäsion der Union dar.

Eine Einheitsstrategie kann hier nicht greifen; stattdessen sind gezielte politische Maßnahmen erforderlich.

Diese müssen öffentliche und private Mechanismen kombinieren, um Regionen mit unzureichenden Einkommensglättungsinstrumenten effektiv zu unterstützen.