Fonds-Liquiditätstools: Wirksam, aber mit Optimierungsbedarf
Luxemburgische Investmentfonds verlassen sich bei Rücknahmen stark auf den Verkauf von Vermögenswerten. Eine CSSF-Studie zeigt: Liquiditätsmanagement-Tools sind wirksam, benötigen aber bessere Kalibrierung und Operationalisierung in Stressphasen.
Optimistische Einschätzung, seltene Nutzung
Offene Investmentfonds müssen die Liquidität ihrer Vermögenswerte an die ihrer Verbindlichkeiten anpassen.
Die Studie der CSSF analysiert die Wirksamkeit von Liquiditätsmanagement-Tools (LMTs) bei in Luxemburg domizilierten UCITS-Fonds.
Es zeigt sich, dass Rücknahmen regelmäßig die Kassenbestände der Fonds übersteigen, was darauf hindeutet, dass Fonds auf die kurzfristige Veräußerung von Vermögenswerten angewiesen sind, um Rücknahmeanträge zu erfüllen.
Die Einschätzung der Fondsmanager bezüglich der Liquidität ihrer Vermögenswerte unter systemischen Stressszenarien erscheint dabei 'etwas optimistisch'.
Swing Pricing wird häufig eingesetzt und dämpft Fondsabflüsse, außer in Phasen systemischen Stresses.
Im Gegensatz dazu werden Rücknahmeaussetzungen selten genutzt und gehen oft der permanenten Schließung und Liquidation eines Fonds voraus, was auf negative Signalwirkungen hindeutet.
Instrumente gegen Liquiditätsengpässe
Fonds müssen Liquiditätsungleichgewichte managen, da sie in weniger liquide Vermögenswerte investieren, aber tägliche Rücknahmen ermöglichen.
Das Liquiditätsrisikomanagement umfasst die aktive Verwaltung des Portfolios, die Weitergabe von Handelskosten an Transaktionsinvestoren (Swing Pricing) und die Beschränkung des Zugangs zu Kapital unter außergewöhnlichen Umständen (Rücknahmeaussetzungen).
Die CSSF-Studie nutzt Aufsichtsdatensätze luxemburgischer UCITS-Fonds, ergänzt durch Daten von Refinitiv Lipper und Bloomberg.
Dies beinhaltet semi-jährliche Risikoberichte, 454 Rücknahmeaussetzungen von 2007 bis 2018 sowie monatliche Rücknahmen und Zeichnungen von 2006 bis 2020.
Eine Umfrage unter 57 Fonds lieferte zudem tägliche Daten zur Liquiditätspufferung während der Marktturbulenzen im März 2020.
Potenzial ungenutzt, Schutz lückenhaft
Die Ergebnisse unterstreichen, dass die vorhandenen Liquiditätsmanagement-Tools in Stressphasen nicht optimal greifen.
Insbesondere die seltene Nutzung von Rücknahmeaussetzungen deutet auf eine unzureichende Kalibrierung oder operationelle Hürden hin.
Eine verbesserte Anleitung und Operationalisierung dieser Instrumente ist entscheidend, um die Widerstandsfähigkeit des Fondssektors zu stärken und den Anlegerschutz zu gewährleisten.