Prognostiker sehen hohe Unsicherheit bei Inflation und Wachstum
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Prognostiker sehen hohe Unsicherheit bei Inflation und Wachstum

Trotz konvergierender Inflationserwartungen auf 2 Prozent bleibt die Unsicherheit der professionellen Prognostiker in der Eurozone historisch hoch. Eine neue Messmethode der Banque de France zeigt, dass die Risikowahrnehmung bei Inflation und Wirtschaftswachstum anhält.

Einigkeit in der Prognose, Uneinigkeit im Risiko

Professionelle Prognostiker in der Eurozone sind sich einig, dass die Inflation im Jahr 2026 nahe dem 2%-Ziel liegen wird.

Diese Konvergenz der Erwartungen hat zu einer geringen Uneinigkeit zwischen den Prognostikern geführt.

Doch eine Analyse der Banque de France zeigt, dass die individuelle Unsicherheit, also die Bandbreite der von jedem Prognostiker als möglich erachteten Ergebnisse, weiterhin außergewöhnlich hoch ist.

Das bedeutet, obwohl die durchschnittlichen Prognosen übereinstimmen, sehen einzelne Experten weiterhin zahlreiche mögliche Wirtschaftspfade.

Die vierteljährliche EZB-Umfrage unter professionellen Prognostikern (SPF) liefert diese Einblicke in die wahrscheinlichste Entwicklung und die Risikoverteilung.

Diese beiden Dimensionen sind für die geldpolitische Entscheidungsfindung der Zentralbanken von wesentlicher Bedeutung.

Die Studie konzentriert sich auf die zweite Dimension, die Unsicherheit, welche die Streuung der Erwartungen widerspiegelt.

Die Normalisierung der Inflation ging mit einem Rückgang der Uneinigkeit einher, aber die individuelle Unsicherheit bleibt breit.

Standardisierte Unsicherheit: Jenseits der reinen Streuung

Die Banque de France hat einen standardisierten Indikator zur Messung der Unsicherheit entwickelt, der mechanische 'Niveau-Effekte' eliminiert.

Die unbereinigte Streuung der Prognosen nimmt oft zu, wenn die erwarteten Inflations- oder Wachstumsraten vom Ziel abweichen.

Dies bedeutet nicht zwangsläufig eine höhere Unsicherheit, sondern ist eine statistische Folge höherer Werte.

Um dies zu korrigieren, wird die Streuung relativ zur erwarteten Streuung, basierend auf der Distanz zum 2%-Inflationsziel, ausgedrückt.

Für das Wirtschaftswachstum erfolgt die Normalisierung im Vergleich zum Potenzialwachstum der Eurozone.

Dieser Ansatz isoliert die tatsächliche Unsicherheit von rein statistischen Beziehungen und ermöglicht einen präziseren Vergleich der Unsicherheitsniveaus über verschiedene Perioden hinweg.

Makroökonomische Unsicherheit bleibt hartnäckig

Die Analyse der Banque de France offenbart eine hartnäckige makroökonomische Unsicherheit, die trotz konvergierender Inflationsprognosen historisch hoch bleibt.

Dies signalisiert, dass fundamentale Risikofaktoren wie geopolitische Spannungen und Handelskonflikte die Wirtschaftsaussichten prägen.

Für Entscheidungsträger bedeutet dies eine anhaltende Herausforderung, da die Pfade für Inflation und Wachstum unberechenbar bleiben.