Umfragen enthüllen erhöhte Stagflationsrisiken in den USA
Eine Studie der Banque de France analysiert Inflations- und Wachstumsrisiken anhand von Umfragen professioneller Prognostiker. Sie zeigt, dass die Stagflationsrisiken in den USA im Jahr 2022 nach drei Jahrzehnten wieder deutlich zunahmen.
Prognostiker-Umfragen als Frühwarnsystem
Eine Studie der Banque de France nutzt probabilistische Antworten aus Umfragen professioneller Prognostiker, um Inflations- und Wachstumsrisiken zu bewerten.
Das dynamische Faktormodell mit zeitlich variierender Unsicherheit und Asymmetrie zerlegt die gemeinsame Dynamik von Inflation und Wachstum in Nachfrage- und Angebotskomponenten.
Die Analyse zeigt, dass extreme Risiken in den US-Daten der 1980er Jahre und während der Großen Rezession für die Inflation, sowie in den 1980ern und nach COVID-19 für das BIP-Wachstum prominent waren.
Die post-pandemische Inflation wurde von temporären negativen Angebotsschocks und einer persistenten positiven Nachfrage getrieben.
Die Forscher betonen die Bedeutung von Umfragedaten, da diese zukunftsgerichtet sind und Informationen über Tail-Risk-Erwartungen liefern, ohne dass diese Ängste materialisieren müssen.
Dies macht sie zu einer reichhaltigen und relevanten Informationsquelle für die Analyse makroökonomischer Risikowahrnehmungen.
Stagflation: Eine wiedererwachte Gefahr
Die modellimplizierte Korrelation zwischen Inflation und Wachstum variiert über die Zeit und ist negativ mit nominalen Termprämien verbunden.
Im Durchschnitt ist diese Beziehung positiv, was darauf hindeutet, dass professionelle Prognostiker keine stagflationären Überzeugungen haben.
Jedoch stiegen die Stagflationsrisiken in den USA im Jahr 2022 nach drei Jahrzehnten nahezu nuller Wahrscheinlichkeiten wieder an.
Die Studie, die US-Daten von 1981 bis 2024 umfasst, kann sowohl ruhige Perioden als auch große Schocks wie die 1980er Jahre, die Große Rezession und COVID-19 abbilden.
Die Identifizierung von Nachfrage- und Angebotsfaktoren basiert auf grundlegenden theoretischen Annahmen.
Alte Ängste, neue Instrumente
Diese Studie liefert eine wichtige methodische Weiterentwicklung zur Bewertung makroökonomischer Risiken.
Die Nutzung von Prognostiker-Umfragen ermöglicht einen zukunftsgerichteten Blick, der über historische Daten hinausgeht und frühzeitig auf Gefahren wie Stagflation hinweist.
Für Zentralbanken ist dies ein wertvolles Instrument, um die Ursachen von Inflation und Wachstum besser zu verstehen und die Geldpolitik präziser auszurichten.