Frankreichs Defizit: Villeroy de Galhau warnt vor Risiken über 5 Prozent
Banque de France Gouverneur François Villeroy de Galhau warnt vor einem Staatsdefizit über 5 Prozent des BIP. Dies würde Frankreich gefährden und die Schuldentragfähigkeit untergraben.
Fiskalische Schlinge zieht sich zu
Villeroy de Galhau betont die Dringlichkeit, das Staatsdefizit Frankreichs unter 5 Prozent des BIP zu halten.
Eine Überschreitung dieser Marke würde das Land gefährden, da die scheinbare Ruhe an den Finanzmärkten schnell in Volatilität umschlagen könnte.
Er verweist auf mögliche negative Signale wie die Wiederaufnahme des europäischen Defizitverfahrens, weitere Herabstufungen der Kreditwürdigkeit und den Rückzug volatiler Investoren.
Frankreich müsse das Defizit von 5,4 Prozent im Jahr 2025 auf 3 Prozent bis 2029 senken, um die Schuldenquote zu stabilisieren.
Andernfalls würden jährlich rund 7 Milliarden Euro zusätzlich für Zinszahlungen aufgewendet, was über zehn Jahre 70 Milliarden Euro entspricht, die für Bildung oder Sicherheit fehlen.
Wachstum trotz Unsicherheit und Reformstau
Die Banque de France hat ihre Wachstumsprognose für 2025 und 2026 angehoben, obwohl politische Unsicherheit das Wachstum um mindestens 0,2 Prozentpunkte reduziert.
Villeroy de Galhau führt die Resilienz auf das Engagement von Unternehmern und Bürgern zurück.
Er kritisiert die Aussetzung der Rentenreform scharf, die seiner Meinung nach die Jungen zugunsten der Älteren benachteiligt und das langfristige Finanzierungsproblem nicht löst.
Er bezeichnet das Sozialbudget als "gerontokratisch", da es keine Deindexierung von Renten für wohlhabende Rentner vorsieht und kaum Einsparungen im Gesundheitswesen erzielt.
Weckruf für Paris
Villeroy de Galhaus deutliche Warnung vor einem Defizit über 5 Prozent ist ein unmissverständlicher Appell an die französische Politik.
Er fordert mehr Flexibilität bei den Ausgaben statt weiterer Steuererhöhungen als klaren Weg zur Haushaltsdisziplin.
Seine Kritik an der Rentenreform unterstreicht zudem die tiefgreifenden strukturellen Herausforderungen Frankreichs.