Villeroy de Galhau: Banque de France war die größte Mission
François Villeroy de Galhau, Gouverneur der Banque de France, verlässt sein Amt im Juni 2026 ein Jahr vor Ablauf seines Mandats. Er wechselt an die Spitze der Apprentis d'Auteuil Stiftung, um sich im sozialen Bereich zu engagieren.
Elf Jahre Transformation und Abschied
François Villeroy de Galhau, Gouverneur der Banque de France, verlässt sein Amt im Juni 2026, ein Jahr vor Ablauf seines Mandats.
Er wechselt an die Spitze der Apprentis d'Auteuil Stiftung, einer ehrenamtlichen Rolle im öffentlichen Interesse der Kinderfürsorge.
Villeroy de Galhau betont, bis Juni den Großteil seiner Mission erfüllt zu haben, inklusive des Abschlusses des Strategieplans.
Seine fast elfjährige Amtszeit sei von kollektiver Transformation geprägt: Die Banque de France sei nun präsenter und effektiver, habe Kosten um fast 4 Prozent pro Jahr gesenkt und wurde dreimal in Folge als grünste Zentralbank der G20 ausgezeichnet.
Zudem sei sie Vorreiter bei Innovationen im Eurosystem, insbesondere bei der digitalen Zentralbankwährung und Künstlicher Intelligenz.
Auch die Erhöhung der Geschlechterparität im Exekutivkomitee von zwei auf sechs Frauen sei ein wichtiger Erfolg.
Pragmatismus in der Geldpolitik
Villeroy de Galhau beschreibt sich als Pragmatiker in der Geldpolitik, der "Taube"- oder "Falke"-Etikettierungen ablehnt.
Er unterstützte unkonventionelle Maßnahmen, warnte aber vor Finanzstabilitätsrisiken.
Die Inflationswelle ab Ende 2021 sei gut gemeistert worden, mit schnellen Zinserhöhungen, die ein zu hohes Niveau vermieden.
Heute sei die Inflationsschlacht gewonnen, die Zinsen lägen bei 2 Prozent, dem niedrigsten Stand unter den großen Industrieländern außerhalb Japans.
Er betont, unkonventionelle Politiken seien nicht für die folgende Inflation verantwortlich gewesen, sondern zwei unwahrscheinliche Schocks (Covid, Ukraine-Krieg).
Die Unabhängigkeit der Zentralbanken in Europa sei durch robuste Verträge geschützt und habe an Legitimität gewonnen.
Stabilität und Innovation als Erbe
Villeroy de Galhaus Abschied markiert das Ende einer Ära, in der die Banque de France unter seiner Führung eine bemerkenswerte Transformation durchlief.
Sein pragmatischer Ansatz in der Geldpolitik und sein Bekenntnis zur Zentralbankunabhängigkeit prägten die Eurozone in turbulenten Zeiten.
Für seinen Nachfolger bleibt die Herausforderung, Stabilität und Innovation zu vereinen, insbesondere bei digitalen Währungen und Künstlicher Intelligenz.