Frankreichs Wirtschaft: BDF-Prognose sieht 0,9% Wachstum 2026 bei steigender Inflation
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Frankreichs Wirtschaft: BDF-Prognose sieht 0,9% Wachstum 2026 bei steigender Inflation

Die Banque de France prognostiziert für Frankreich ein BIP-Wachstum von 0,9 Prozent im Jahr 2026 und eine Inflation von 1,7 Prozent. Die Zwischenprognosen vom 26. März sind von erheblicher Unsicherheit durch den Nahost-Konflikt geprägt.

Frankreichs Wirtschaft: Wachstum und Preisdruck

Die Banque de France (BdF) prognostiziert im Basisszenario ein BIP-Wachstum von 0,9 Prozent für 2026, leicht nach unten korrigiert gegenüber Dezember.

Trotz einer resilienteren Wirtschaft Ende 2025 und Anfang 2026 dürften steigende Energiepreise und geopolitische Unsicherheiten die französische Wirtschaft belasten.

Für 2027 wird ein Wachstum von 0,8 Prozent erwartet, gefolgt von einem Anstieg auf 1,2 Prozent im Jahr 2028, getragen von Exporten und privater Nachfrage.

Die Inflation (HVPI) soll nach 0,9 Prozent im Jahr 2025 auf 1,7 Prozent in 2026 steigen, primär durch Energiepreise.

Sie soll 2027 temporär auf 1,4 Prozent fallen, bevor sie 2028 wieder auf 1,6 Prozent anzieht, insbesondere durch Dienstleistungsinflation.

Die Prognosen basieren auf Futures-Märkten vom 11. März 2026 und gehen von einer raschen Konfliktlösung im Nahen Osten aus.

Szenarien der Unsicherheit: Hohe Energiepreise belasten

Angesichts erheblicher Unsicherheit durch den Nahost-Konflikt präsentiert die BdF zwei zusätzliche, ungünstigere Szenarien, die mit denen des Eurosystems übereinstimmen.

Im 'Adverse'-Szenario würden Öl- und Gaspreise im zweiten Quartal 2026 auf 119 US-Dollar pro Barrel bzw. 87 Euro pro MWh steigen.

Das 'Severe'-Szenario geht von 145 US-Dollar pro Barrel und 106 Euro pro MWh aus, mit längerfristig höheren Preisen.

Unter diesen Annahmen würde die HVPI-Inflation 2026 im 'Severe'-Szenario auf 3,3 Prozent ansteigen.

Das BIP-Wachstum bliebe zwar positiv, fiele aber schwächer aus.

Diese Szenarien gehen von unveränderter Geld- und Fiskalpolitik aus und berücksichtigen keine Marktreaktionen auf Zinsänderungen.

Geopolitik diktiert die Aussichten

Die Banque de France liefert eine detaillierte, aber fragile Momentaufnahme der französischen Wirtschaft.

Die starke Abhängigkeit der Prognosen von der Entwicklung im Nahen Osten zeigt die Anfälligkeit für externe Schocks.

Die Annahme einer raschen Konfliktlösung im Basisszenario könnte sich als zu optimistisch erweisen und die Risiken für Wachstum und Inflation unterschätzen.

Quelle: Macroeconomic interim projections – March 2026

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