Frankreich: BIP-Wachstum 2026 auf 0,5 Prozent gesenkt
Die Banque de France (BDF) senkt ihre BIP-Wachstumsprognose für Frankreich 2026 auf 0,5 Prozent und hebt die Inflationserwartung auf 2,5 Prozent an. Unsicherheiten durch den Nahostkonflikt prägen die aktuellen Makroprojektionen.
Wachstumsschwäche und steigende Preise
Die BDF hat ihre BIP-Wachstumsprognose für 2026 um 0,4 Prozentpunkte auf 0,5 Prozent revidiert.
Dies ist primär auf eine geringere Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft im ersten Quartal 2026 und einen Anstieg der Ölpreise zurückzuführen.
Die Inflation (HVPI) wird 2026 voraussichtlich 2,5 Prozent erreichen, eine Aufwärtskorrektur um 0,8 Prozentpunkte.
Haupttreiber sind steigende Energiepreise und deren indirekte Effekte auf Flugreisen und Nahrungsmittel.
Für 2027 und 2028 wird eine Erholung des Wachstums auf 0,9 Prozent bzw. 1,2 Prozent erwartet, getragen von einer Erholung der privaten Binnennachfrage.
Die Inflation soll in diesen Jahren auf 1,7 Prozent sinken, während die Kerninflation 2027 auf 2,1 Prozent steigen könnte, bevor sie 2028 auf 1,8 Prozent fällt.
Die Projektionen basieren auf Futures-Märkten vom 21. Mai 2026 und berücksichtigen keine jüngsten Ankündigungen zum Nahostkonflikt.
Fiskalische Herausforderungen und Szenarien
Das Staatsdefizit wird sich 2026 voraussichtlich leicht verschlechtern, sofern keine zusätzlichen Maßnahmen ergriffen werden.
Die Staatsverschuldung soll bis Ende 2028 auf 122 Prozent des BIP ansteigen und sich damit vom Euro-Raum-Durchschnitt entfernen.
Die BDF präsentiert neben dem Basisszenario auch alternative Szenarien.
Ein milderes Szenario geht von einem schnelleren Rückgang der Energiepreise aus.
Zwei adversere Szenarien, die auf pessimistischeren Markterwartungen basieren, sehen eine HVPI-Inflation von 4,0 Prozent (2026) und 3,9 Prozent (2027) vor, mit einer Stagnation des BIP in beiden Jahren.
Unter dem schwerwiegendsten Szenario könnten Ölpreise auf 166 US-Dollar pro Barrel und Gaspreise auf 111 Euro pro MWh steigen.
Diese Szenarien unterstellen eine unveränderte Fiskal- und Geldpolitik im Euro-Raum und berücksichtigen keine Finanzmarktreaktionen auf Zinsänderungen.
Fragile Erholung unter Vorbehalt
Die BDF-Projektionen spiegeln eine fragile wirtschaftliche Erholung wider, die stark von externen Schocks abhängt.
Die Abwärtskorrektur des Wachstums und die höhere Inflation unterstreichen die anhaltenden Herausforderungen für die französische Wirtschaft.
Insbesondere die steigende Staatsverschuldung könnte langfristig zum Problem werden, falls die fiskalischen Annahmen nicht angepasst werden.
Quelle: Macroeconomic projections – June 2026
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