Frankreich: Aktivität in Industrie und Dienstleistung sinkt
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Frankreich: Aktivität in Industrie und Dienstleistung sinkt

Die französische Wirtschaft verzeichnete im Mai einen deutlichen Rückgang der Aktivität im verarbeitenden Gewerbe und bei den marktnahen Dienstleistungen. Für Juni erwarten die Unternehmenslenker jedoch eine Verbesserung.

Mai-Dämpfer durch Feiertage

Laut der monatlichen Umfrage der Banque de France unter rund 8.500 Unternehmen verlangsamte sich die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe im Mai erheblich, während sie bei den marktnahen Dienstleistungen schrumpfte und im Baugewerbe leicht zurückging.

Ein Teil dieser Abschwächung könnte auf die diesjährigen Feiertage zurückzuführen sein, die besonders günstige Bedingungen für lange Wochenenden boten.

In der Industrie betraf der Rückgang hauptsächlich Sektoren mit schleppender Nachfrage, während die Verteidigungs- und Luftfahrtbranche robust blieb.

Bei den Dienstleistungen war der Rückgang breit gefächert, trotz der Widerstandsfähigkeit von Beherbergungs- und Gaststättenbetrieben.

Das Baugewerbe litt weiterhin unter der anhaltenden Schwäche im Neubau.

Basierend auf den Umfrageergebnissen und weiteren Indikatoren schätzt die Banque de France, dass das BIP im zweiten Quartal stabil bleiben wird.

Juni-Erwartungen und Preisdruck

Für Juni erwarten die Unternehmenslenker eine Verbesserung der Aktivität im verarbeitenden Gewerbe und bei den marktnahen Dienstleistungen sowie eine Stabilisierung im Baugewerbe.

Die Auftragsbücher im verarbeitenden Gewerbe wurden weiterhin als schwach wahrgenommen.

Die Unsicherheit unter den Unternehmen ließ nach dem Anstieg zu Beginn des Nahostkonflikts weiter nach.

Die Liquiditätspositionen wurden mehrheitlich als weitgehend normal eingeschätzt, wenn auch mit deutlichen sektoralen Unterschieden.

Lieferengpässe blieben begrenzt, während Rohstoff- und Energiepreise weiterhin auf die Produktionskosten drückten.

Vor diesem Hintergrund stiegen die Verkaufspreise weiter an, jedoch langsamer als im April.

Die Kapazitätsauslastung blieb im Mai stabil bei 77 Prozent, was darauf hindeutet, dass die Verlangsamung eher auf weniger Arbeitstage als auf eine geringere Produktionsintensität zurückzuführen ist.

Mehr als nur ein Feiertagseffekt?

Die aktuelle Umfrage zeigt eine deutliche Verlangsamung, deren Ursachen jedoch nicht allein den Feiertagen zugeschrieben werden können.

Die anhaltend schwachen Auftragsbücher und der Druck auf die Verkaufspreise deuten auf tiefere strukturelle Probleme hin.

Der erwartete Aufschwung im Juni könnte daher eher eine statistische Normalisierung als eine echte Trendwende sein.

Quelle: Monthly Business Survey – Start of June 2026

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