Klimaszenarien: Frankreich drohen 7,4 Prozent BIP-Verlust
Laut NGFS-Kurzfristszenarien könnte Frankreich bei schweren Wetterereignissen 7,4 Prozent seines BIP verlieren. Eine verzögerte Transition würde die Wirtschaft ebenfalls negativ beeinflussen.
Frankreichs Wirtschaft anfälliger für Wetterextreme
Unter dem Szenario 'Disasters and Policy Stagnation' zeigt sich Frankreich anfälliger als andere westliche Volkswirtschaften.
Das französische BIP würde 2026 um 7,4 Prozent fallen, verglichen mit einem EU-Durchschnitt von 4,8 Prozent.
Im Jahr 2027 bliebe es 3,4 Prozent niedriger (EU: 3,3 Prozent) als im Basisszenario.
Diese Unterschiede deuten auf eine besondere Anfälligkeit für die für 2026 prognostizierten 'Trockenereignisse' hin.
Sektoren wie Landwirtschaft (-17,2 Prozent), Baugewerbe (-21,8 Prozent) und Biokraftstoffe (-20,2 Prozent) wären am stärksten betroffen.
Die Produktionsrückgänge könnten eine temporäre Inflation von bis zu 0,7 Prozentpunkten auf europäischer Ebene auslösen.
Dies stellt die Europäische Zentralbank (EZB) vor ein Dilemma: Zinserhöhungen würden die Inflation bekämpfen, aber die wirtschaftliche Erholung gefährden.
In dieser NGFS-Simulation würde die EZB die Leitzinsen vorübergehend senken, um die Rückkehr zum Produktionspotenzial zu erleichtern, und sie dann schrittweise anheben, um die Inflation wieder auf ihr 2-Prozent-Ziel zu bringen.
Übergang: Sanft oder abrupt?
Die NGFS-Kurzfristszenarien zeigen begrenzte Auswirkungen von Klimaschutzmaßnahmen auf Frankreichs BIP und Arbeitslosigkeit.
Im Szenario 'Diverging Realities' wird jedoch ein BIP-Verlust von bis zu 1,5 Prozent bis 2029 und ein Anstieg der Arbeitslosenquote um 1,1 Prozentpunkte prognostiziert.
Dies liegt an Wertschöpfungskettenstörungen, die die Verfügbarkeit kritischer Materialien wie Batterien und Mineralien einschränken.
Höhere Kohlenstoffsteuern, wie im 'Sudden Wake-Up Call'-Szenario, könnten die europäische Inflation 2027 um 3,1 Prozentpunkte anheben.
Eine graduelle Umsetzung im 'Highway to Paris'-Szenario würde den Inflationsanstieg auf 0,7 Prozentpunkte begrenzen.
Zentralbanken würden die Geldpolitik straffen; im 'Sudden Wake-Up Call'-Szenario könnten die Leitzinsen in Europa 2028 um 100 Basispunkte steigen.
Während kohlenstoffintensive Unternehmen höhere Finanzierungskosten hätten, würden Sektoren wie die kohlenstofffreie Energieproduktion profitieren.
Weckruf für die Politik
Die NGFS-Szenarien liefern eine entscheidende, datengestützte Perspektive auf die Klimarisiken für Frankreich.
Sie unterstreichen die Dringlichkeit einer geordneten Transition, um wirtschaftliche Schocks zu vermeiden und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Die Ergebnisse sollten als klarer Handlungsauftrag für Politik und Finanzsektor verstanden werden, präventive Maßnahmen zu ergreifen und Resilienz aufzubauen.