Transatlantische Partnerschaft: Resilienz und gemeinsame Risiken
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Transatlantische Partnerschaft: Resilienz und gemeinsame Risiken

Banque de France-Gouverneur François Villeroy de Galhau betont die anhaltende Bedeutung der transatlantischen Partnerschaft. Trotz geopolitischer Spannungen und Handelsbarrieren zeigte sich die Weltwirtschaft resilienter als erwartet.

Globale Wirtschaft resilienter als erwartet

Die Weltwirtschaft zeigte sich widerstandsfähiger als vor einem Jahr befürchtet.

Das globale Wachstum erreichte 3,4 Prozent.

Der Euroraum verzeichnete 2025 ein Wachstum von 1,5 Prozent und eine Inflation von 2,1 Prozent, was eine "gute Ausgangsposition" für 2026 darstellt.

Das befürchtete starke Wachstum des US-Wachstums blieb aus, angetrieben durch den KI-Investitionsboom, dynamische Aktienmärkte (+16% S&P500) und eine weiterhin unterstützende Fiskalpolitik.

Auch die Auswirkungen der Zölle von 2025, die den durchschnittlichen US-Importzoll auf fast 17 Prozent trieben, erwiesen sich als weniger schwerwiegend.

Das Welthandelsvolumen stieg 2025 um 5,1 Prozent.

Die europäische Wirtschaft zeigte sich ebenfalls resilient: Die Importe von Waren im Euroraum stiegen 2025 um 1,3 Prozent, während die Exporte nur um 0,5 Prozent zurückgingen.

Trotz dieser Resilienz reduzierte die US-Handelspolitik das globale BIP-Wachstum 2025 um etwa 0,6 Prozentpunkte, wobei die US-Verbraucher bereits rund ein Drittel der Last trugen.

Unsichere Aussichten und gemeinsame Schocks

Die Aussichten bleiben zutiefst unsicher.

Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten erhöht den Inflationsdruck und dämpft das globale Wachstum weltweit.

Laut IWF wurde die Prognose für das globale BIP-Wachstum 2026 auf 3,1 Prozent nach unten und die globale Inflation auf 4,4 Prozent nach oben revidiert.

Die EZB-Makroprojektionen stützen sich explizit auf alternative Szenarien, die alle auf geringeres Wachstum und höhere Inflation hindeuten.

Die Welt steht vor gemeinsamen Schocks und Risiken, die koordinierte politische Reaktionen erfordern.

Der Nahostkrieg ist eine konkrete Erinnerung daran, dass einige Schocks von Natur aus global sind.

Auch strukturelle Probleme wie globale Ungleichgewichte und Finanzstabilität binden die Wirtschaftsinteressen zusammen.

Globale Ungleichgewichte weiten sich wieder aus, mit einem US-Leistungsbilanzdefizit von -0,9 Prozent und einem chinesischen Überschuss von 0,6 Prozent des globalen BIP im Jahr 2025.

Zusammenhalten oder scheitern

Die transatlantische Partnerschaft benötigt dringend Vorhersehbarkeit, da Interdependenz allein kein Vertrauen schafft.

Die jüngste Entscheidung des US Supreme Court zu Zöllen verdeutlicht die Rechtsunsicherheit und das Risiko, dass US-Verbündete gegenüber China benachteiligt werden.

Ein stärkeres Europa, basierend auf den Impulsen der Letta- und Draghi-Berichte, ist daher entscheidend, um gemeinsam zu bestehen und nicht getrennt zu scheitern.