FR-BDF-Modell: Zinsstraffung senkt Inflation um 1,2 Prozentpunkte
Die Banque de France hat ihr zentrales makroökonomisches Modell FR-BDF aktualisiert. Die Neuschätzung zeigt, dass die jüngste Zinsstraffung die Inflation um 1,2 Prozentpunkte und das BIP-Wachstum um 2 Prozentpunkte in Frankreich senkt.
FR-BDF neu: Stärkere Zinswirkungen
Das aktualisierte semi-strukturelle FR-BDF-Modell der Banque de France, ein Kerninstrument für vierteljährliche Projektionen und Szenarioanalysen, reflektiert nun wesentliche statistische und strukturelle Veränderungen.
Dazu gehören der Übergang des INSEE auf das Basisjahr 2020 und die Volatilität der COVID-19-Periode.
Das neu geschätzte Modell weist einen geringeren Kapitalanteil, einen schwächeren Produktivitätstrend, eine steilere Preis-Phillips-Kurve und eine flachere Lohn-Phillips-Kurve auf.
Zudem wurden ein Kreditblock und eine verbesserte Konsumgleichung integriert, die kurzfristige Einkommenseffekte besser erfasst.
Die Aktualisierung führt zu stärkeren und schnelleren realen Effekten der Geldpolitik, mit größeren Reaktionen von BIP und Arbeitslosigkeit, die durch eine verstärkte Transmission über langfristige Zinsen und den Wechselkurs verstärkt werden.
Eine Bewertung der jüngsten geldpolitischen Straffung mit dem aktualisierten Modell zeigt, dass unter realistischeren hybriden Erwartungen die Inflation der Wertschöpfung um etwa 1,2 Prozentpunkte und das BIP-Wachstum am Tiefpunkt um etwa 2 Prozentpunkte sinken.
Anpassung an neue Realitäten
Makroökonomische Modelle müssen regelmäßig aktualisiert werden, um zuverlässig zu bleiben.
Seit der letzten Version des FR-BDF-Modells im Jahr 2019 hat sich das Umfeld erheblich verändert, geprägt durch die COVID-19-Pandemie, den Inflationsanstieg und die starke geldpolitische Straffung.
Diese Entwicklungen haben die Wirtschaftsdynamik verändert und erforderten eine umfassende Aktualisierung.
Auch die Umstellung der französischen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen auf ein neues statistisches Basisjahr modifizierte die Datenreihen.
Die neue Version des FR-BDF-Modells integriert daher reichere Finanzkanäle, die Zinssätze, Kreditbedingungen und Bilanzen verknüpfen, eine detailliertere Behandlung der Energiepreise und eine stärkere kurzfristige Verbindung zwischen Haushaltseinkommen und Konsum.
Das Modell wurde vollständig mit den neuesten statistischen Daten neu geschätzt.
Erwartungen sind der Schlüssel
Die Studie unterstreicht die entscheidende Rolle von Erwartungen für die Transmission der Geldpolitik.
Insbesondere der hybride Erwartungsmodus, der realitätsnäher ist, zeigt die wahren Auswirkungen auf Inflation und Wachstum.
Für Zentralbanken bedeutet dies, dass die Kommunikation ihrer Politik entscheidend ist, um die gewünschten Effekte zu erzielen.