BDF-Studie: Asset-Schocks übertragen sich international bei Zinsuntergrenze
Eine neue Studie der Banque de France (BDF) untersucht, wie Schocks auf Asset-Märkten international übertragen werden. Besonders relevant ist dies, wenn Zentralbanken an der effektiven Untergrenze (ELB) der Zinsen nicht reagieren können.
Wenn Zentralbanken machtlos sind
Die Studie beleuchtet die internationale Übertragung von Schocks auf Asset-Märkten.
Sie entwickelt ein Zwei-Länder-Modell mit nicht-ricardianischen, heterogenen Akteuren und teilweise segmentierten Kapitalmärkten.
Insbesondere können unterschiedliche Liquidationskosten in den Anleihemärkten beider Länder zu Convenience Yields führen.
Die Forscher untersuchen Schocks, die das Angebot oder die Nachfrage nach liquiden Assets beeinflussen und deren internationale Spillover-Effekte.
Ein Beispiel ist ein dauerhafter Rückgang der Investitionsmöglichkeiten im Ausland.
Dies reduziert ausländische Investitionen und Produktion, aber auch das Angebot an ausländischen Assets.
Dies führt zu einer Portfolio-Umschichtung von ausländischen zu inländischen Assets und einer potenziellen Aufwertung der heimischen Währung.
Wenn die heimische Zentralbank nicht ausreichend reagieren kann, etwa weil sie an der effektiven Untergrenze (ELB) der Zinsen operiert, führt die Währungsaufwertung zu Disinflation und einem Anstieg des Realzinses, was einen kontraktiven Effekt haben kann.
In diesem Fall entsteht ein negativer Spillover.
Die Schattenseiten der Zinsuntergrenze
Die Studie illustriert ihre Ergebnisse mit historischen Beispielen.
Nach der Asienkrise 1997 führten umgeleitete Finanzströme in die USA und Europa zu niedrigeren Zinsen, was das Wachstum stützte – ein positiver Spillover.
Im Gegensatz dazu führte die Eurozonenkrise 2010 zu Portfolio-Umschichtungen in die Schweiz und die USA, was dort zu Währungsaufwertungen und gedämpfter Inflation führte – ein negativer Spillover.
Die Autoren untersuchen auch sogenannte Spillbacks: Ist die heimische Zentralbank an der ELB, treibt die Aufwertung der heimischen Währung kurzfristig Kapital aus dem Ausland ab.
Dies erhöht dort den Realzins und reduziert Kapitalakkumulation und Produktion stärker als ohne ELB.
Die Grenzen der Isolation
Diese Forschung unterstreicht die kritische Rolle der Geldpolitik bei der Abfederung internationaler Schocks.
Sie zeigt auf, dass eine unzureichende Reaktion an der Zinsuntergrenze weitreichende negative Konsequenzen für die heimische Wirtschaft haben kann.
Die Ergebnisse sind eine Mahnung an Zentralbanken, proaktiv zu handeln, um unerwünschte Spillover-Effekte zu minimieren.